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History: 24 Jahre konstante Arbeit – gekrönt durch den Erfolg


Americana ist das Mekka

des Westernreitsports in Europa


Americana war und ist Drehscheibe und Motor der Szene

 

Die AMERICANA ist heute der bedeutendste Westernreit-Wettbewerb Europas und bietet zudem die größte Messe für den Freizeitreiter und Pferdefreund in diesem Bereich. Viel Arbeit und Einsatz von Horst Geier haben die Americana zu dem gemacht, was sie heute ist. Unter anderem nimmt sie in der weltweiten Statistik der National Reining Horse Association einen führenden Platz in der Liste der "Leading Reining Events" ein. Nicht zuletzt, weil in Augsburg eine der höchstdotierten Reining-Prüfungen der Offenen Klasse in der Welt ausgetragen wird. Die Americana ist das "Mekka des Westernreitens" in Europa. Diese Bezeichnung drückt nicht nur den sportlichen Stellenwert der Veranstaltung aus, sondern auch die Bedeutung der Americana für die Entwicklung des Westernreitens in Deutschland.

 

Doch wer steckte hinter dieser stürmischen Entwicklung dieser Veranstaltung? Wer erfand den Namen Americana? Und welche "Stolpersteine" mussten die jeweiligen Veranstalter überwinden?

 

1979 gab es die ersten Überlegungen

 

Nicht immer hieß die Europameisterschaft Americana. Das kam erst viel später. 1979 lernte Horst Geier, sportlicher Leiter der Americana, Michael Schaufele kennen. Schaufeles Vater war ein begeisterter Leichtathlet gewesen und hatte nach dem Krieg die erste Leichtathletik-Europameisterschaft, damals in Stuttgart, organisiert. Dieses Organisationstalent hatte sich vom Vater auf den Sohn übertragen, und so war Michael Schaufele spontan davon begeistert, mit der maßgeblichen Unterstützung durch Horst Geier eine Europameisterschaft im Westernreiten auf die Beine zu stellen, um das Westernreiten mehr publik zu machen und größere sportliche Anreize zu setzen.

 

Erste Veranstaltungen in der Aachener Soers

 

Grundgedanke schon damals war es, Wettbewerbe offen für Pferde aller Rassen und jeder Nationalität auszurichten, um einen echten Leistungsvergleich zu gewährleisten. Die Aachener Soers wurde als Schauplatz dieser ersten Europameisterschaft ausgesucht. Knapp 200 Pferde und doch immerhin rund 4.000 Zuschauer fanden den Weg in die Soers, um sich die Ritte der Teilnehmer aus der Schweiz, Österreich, Holland, Belgien, Frankreich und Deutschland anzusehen. Auch ein Starter aus Schweden war bereits dabei.

 

Zwei Jahre später hatten Michael Schaufele und auch Horst Geier keine Zeit, noch einmal die Organisation zu übernehmen. So sprang Karl-Heinz Manns ein. Die zweite EM wurde ebenfalls in Aachen ausgerichtet. Doch bei allen pferdegerechten Vorzügen der Aachener Soers zeigte diese berühmte Pferde-Hochburg doch auch ihre Grenzen auf. Das pferdesportgesättigte Publikum wollte das Westernreiten nicht den Erwartungen entsprechend gut annehmen.  So machte sich Horst Geier schon bald auf die Suche nach einem neuen Austragungsort.

 

Erster Test in München-Riem

 

Inzwischen war die Westernreitszene weiter vorangeschritten, andere Veranstalter versuchten sich quer durch Deutschland mit Turnieren. 1985 richtete Alexander Müller eine AQHA-Show in der Münchner Olympia-Reitanlage aus. Das Turnier hatte einen für damalige Verhältnisse ungewöhnlich guten Zuschauerzuspruch. Rund 8.000 Besucher füllten damals die Ränge. Um das Westernreiten einem breiteren Publikum vorzustellen, lag die Idee nahe, die Europameisterschaft nun ebenfalls nach München-Riem zu verlegen. Auch bot die süddeutsche Metropole den Vorteil, nahe an den Nachbarländern Österreich und Schweiz zu liegen.

 

Auf der Suche nach einem Namen

 

Durch die Größe, welche die Europameisterschaft nach den Vorstellungen der Veranstalter nun annehmen sollte, war aber auch klar, dass erhebliche Kosten entstehen würden. So wurde die Idee geboren, die Veranstaltung mit einer Messe zu ergänzen. Das "Kind" musste natürlich dann auch einen eigenen Namen bekommen. Bei einem Telefonat zwischen Horst Geier und Hardy Oelke Ende 1985 äußerte Hardy Oelke den Vorschlag "Americana". Dieser Titel begeisterte Horst Geier, verband er doch die erhoffte Verquickung von sportlichem Wettkampf und einer Ausstellung für Freizeit- und Westernreiter.

 

Erstmals die Italiener dabei

 

Über ein Jahr harte Arbeit kostete die erste Americana 1986 die drei verantwortlichen Veranstalter Horst Geier, Andreas Völz und Uli Vey, die damit auch ein nicht unerhebliches finanzielles Risiko eingingen, musste doch ein Finanzvolumen von immerhin 550.000 DM kostendeckend getragen werden. Fast 26.000 Zuschauer setzten tatsächlich einen neuen Meilenstein in der Geschichte dieser Veranstaltung. Die Zufahrtstraße zum Olympia-Reitgelände war an allen Tagen restlos verstopft. Erstmals waren auch aus Italien Top-Reiter dabei. Ricky Bordignon brachte beispielsweise das Publikum zum Toben, als er mit seinem "GoGo" gerufenen Quarter Horse-Hengst beim Barrel Race die Tonnen flach und in einer Geschwindigkeit umkurvte, wie man es bis dahin in Deutschland noch nicht gesehen hatte.

 

Doch finanziell kamen die drei Veranstalter nur mit einem blauen Auge davon. Mit einem ganz minimalen Plus gingen sie aus der Veranstaltung heraus. Ein Gewinn, der in keiner Weise ein Jahr Arbeit rechtfertigte. Uli Vey und Andreas Völz standen zwei Jahre später aber auch deshalb nicht mehr als Mitorganisatoren zur Verfügung, da diese nun beruflich vor entscheidenden Prüfungen standen.

 

Umzug innerhalb von München

 

Beflügelt von dem Erfolg sollte es aber mit der Americana weitergehen und Horst Geier machte sich Alexander Müller, der auch 1986 die Veranstaltung schon maßgeblich unterstützte, zu seinem Helfer

in Süddeutschland. Die beiden waren jetzt auf der Suche nach einer noch besseren und technisch moderneren Anlage, die man schließlich mit der Olympiahalle, nicht zu verwechseln mit der alten Olympia-Reitanlage, ebenfalls in München fand. Jetzt aber standen die Verantwortlichen schon vor einem Finanzvolumen von 1,2 Millionen DM. Eine Summe, die durch Privatpersonen kaum mehr abgedeckt werden konnte.

 

Auf der Suche nach einem Partner wurde Horst Geier mit der Veranstaltungsfirma Wörl und Partner fündig, die nun die Americana 1988 finanziell absicherte. Der sportliche Erfolg war phantastisch. Mit 7.500 Zuschauern war die Halle bei der Abendshow restlos ausverkauft. Erstmals gab es auch eine Bronze-Trophy-Reining im Rahmen der Americana und erstmals wurde ein Preisgeld in einer bis dahin unbekannten Gesamthöhe von 12.000 DM added in der Bronze Trophy Reining Open ausgeschüttet.

 

 

 

Große Anlage - weite Wege

 

Doch bei allem hatten die Veranstalter übersehen, dass die Olympia-Halle zwar beeindruckend war, die Rahmenbedingungen für die Teilnehmer jedoch äußerst ungünstig waren. Die Pferde mussten zum großen Teil in einer Tiefgarage eingestellt werden und die Wege auf dem Gelände waren so weit, dass Horst Geier sich noch heute bei jedem Teilnehmer für das nur geringe Murren bedankt. Auch gab es finanzielle Drahtseilakte durch die vielen baupolizeilichen Vorschriften. So durften z.B. aufgrund der speziellen Kunststoffdachkonstruktion der Olympiahalle, die sich dort befindenden Ausstellerboxen weder mit Sägemehl noch mit Stroh  eingestreut werden.

Die Boxen wurden mit weißem Sand eingestreut und das war von der Anfahrt und Entsorgung sehr

aufwendig.

 

Die Veranstaltung als solche aber bewies, dass man auf dem richtigen Weg war. Diese Americana brachte das Westernreiten in ganz Europa einen gewaltigen Schritt nach vorne. Nicht von ungefähr kommt es auch, dass alle Verbände ab dem Jahr 1988 von einem Boom in der Mitgliederentwicklung berichten können.

 

Umzug nach Augsburg

 

1989 entstand in Augsburg ein neues Messezentrum und folglich war man dort auf der Suche nach neuen Veranstaltungen. Horst Geier kam mit dem damaligen Geschäftsführer der Ausstellungs-gesellschaft Augsburg in Kontakt und rasch war man sich einig, in Augsburg die Americana 1990 auszurichten. Der Umzug nach Augsburg war perfekt.

 

Die Americana 1990 wurde bereits beim ersten Mal an diesem neuen Veranstaltungsort in Augsburg von 28.000 Western- und Freizeitreitern besucht.

 

Damit war die Americana auch für 1992 in Augsburg gesichert. 1991 übernahm die „AFAG. Messe- und Ausstellungsgesellschaft“, einer der größten privaten Messeveranstalter Deutschlands mit Hauptsitz in Wendelstein bei Nürnberg, die Veranstaltungen der Ausstellungsgesellschaft Augsburg und damit auch die Americana. Die Americana 1992 setzte den Aufwärtsschwung der vergangenen Veranstaltungen fort. Mit 36.000 Zuschauern wurde eine neue Rekordmarke erreicht. Diese Zahl ist auch durch Heiko Könicke, dem Geschäftsführer der AFAG und gleichzeitigem Vorsitzenden des Deutschen Messeverbandes, verbürgt und steht für verkaufte Eintrittskarten. Sportlich gingen 1992 trotz der inzwischen sehr starken italienischen Konkurrenz einige Titel nach Deutschland und auch dank Madeleine Häberlin an die Schweiz.

 

1994 weitere neue Rekordmarken

 

1994 wurden noch einmal rund 35 Prozent mehr Ausstellungsfläche verkauft. Herrn Grosse, der Projektleiter der AFAG für die Americana, leistete und leistet auch noch hervorragende Arbeit im Aufbau und Ausbau der Western- und Freizeitreiter Verkaufsmesse. Auch sportlich setzte die Americana `94 noch einmal neue Maßstäbe. Nie zuvor kämpfte eine solche Dichte an Ausnahmepferden und Top-Reitern aus 15 Nationen auf dem Kontinent. Kein Wunder, dass die Zuschauer dies zu würdigen wussten und erstmals über 40.000 Besucher kamen.

 

World-Championship wurde in Ausgburg entschieden

 

Die Bedeutung der Veranstaltung in 1994 wurde auch durch die Präsenz von Topreitern aus den USA unterstrichen. Rund fünf Prozent aller Teilnehmer kamen 1994 aus dem Mutterland des Westernreitens. Und ein weiteres wichtiges Debüt konnte gefeiert werden: Erstmals brachten Amerikaner für das Turnier ihre Pferde ausschließlich zum Showen mit, um sie nach getaner Arbeit wieder mit über den großen Teich zurückzunehmen. Für Jody Brainard und Craig Schmersal ging es dabei um den Gewinn der NRHA World Champion. Die beiden damaligen Spitzenreiter der Rangliste konnten es sich nicht erlauben, auf die höchstdotierte Reining der Welt im Rahmen der Americana zu verzichten. Tatsächlich dominierte Craig Schmersal mit Cee Blair Sailor die Offene Reining und gewann nicht nur die Prüfung, sondern maßgeblich durch den Sieg in Deutschland auch die World Championship. Jody Brainard wurde in Augsburg nach hartem Kampf mit Colonel Rey Lena Zweiter und so schließlich Reserve World-Champion.

 

Die Americana 1996

 

Das gesamte Angebot der Veranstaltung war noch größer und umfangreicher als in den Vorjahren, in denen sich die Americana bereits den Ruf als „Mekka des Westernreitsports“ erwarb.

 

Da die Americana grundsätzlich „world open“ ist, kamen auch in  diesem Jahr erneut zahlreiche Top-Trainer und -Reiter aus Übersee in die Schwabenhalle. Die Americana Bronze Trophy Reining Open wurde gewonnen von Rocky Dare (USA), der sich mit seinem Sieg auf der Americana auch den Titel des World Open Champions der NRHA sicherte.

 

Eine erweitete Messe mit nunmehr 140 Ausstellern für Freizeitreiter, Hobby-Cowboys und Pferde-freunde aller Art bot ein umfassendes Informations- und Kaufangebot.

 

1998 ein spektakulärer Ritt von Jeff Kasten

 

Wiederum fand im Rahmen einer der Americana-Abendveranstaltungen das Finale in der von der  NRHA USA anerkannten Bronze Trophy Reining statt. Die Schwabenhalle war  bis auf den letzten Platz mit fast 5.000 Zuschauern gefüllt. Die Stimmung erreichte ihren Höhepunkt, als Jeff Kasten den Quarter Horse Hengst „He Is a German Melody“ vorstellte. Mit einem phänomenalen Ritt, bei dem der Hengst in einer Haltung ging, die viele Zuschauer in Europa zuvor noch nicht gesehen hatten, gewann Jeff Kasten die NRHA Bronze Trophy Reining und sicherte sich damit ebenfalls den Titel des NRHA World Champions 1998.  Die damaligen Besitzer Petra und Lutz Leckebusch ließen den Hengst in den USA von Jeff Kasten ausbilden, der mit ihm in USA die Limited Open der NRHA Futurity in Oklahoma City gewann.

 

Die Verkaufsausstellung der Americana war 1998 wiederum größer geworden. Neu hinzu kam das Western Forum. In einem gesonderten Ring gaben erstmals erfolgreiche Trainer Auskunft über ihre Trainingsmethoden und vermittelten Ratschläge zu speziellen Disziplinen. Das Forum wurde vom Publikum so begeistert angenommen, dass umgehend für die Americana 2000 eine Erweiterung geplant wurde.

 

Neben den sportlichen Wettbewerben und der großen Verkaufsausstellung bot die Americana den Besuchern weitere Top-Unterhaltung in der Westerntown, dem Saloon und dem Festzelt. Country

Musik live war ebenfalls erneut stark angesagt.

 

Deutsche Teilnehmer erringen 2000 wichtige Siege

 

Grischa Ludwig gewann bei der Americana im Jahr 2000 mit dem Quarter Horse Hengst „As Smart As Charley“ als erster deutscher Reiter die hochdotierte NRHA Open Bronze Trophy Reining und belegte dadurch in der Reining-Weltrangliste dieses Jahres den vierten Rang.

 

Einen großen Erfolg mit seinem Sieg in der European Championship Klasse „Cutting Open“ gelang Hans Kuhn jun. mit seinem Quarter Horse Hengst „San Tari Peppy“ . Die Cutting- und die Working Cow Horse-Klassen wurden insgesamt noch stärker. Fast 60 Teilnehmer starteten in der Open Cutting Klasse – eine enorme Konkurrenz auf dem Weg zum Champion.

 

Ein Italiener gewinnt die erste Cow Horse Futurity der ERCHA

 

Eugenio Latorre gewann mit seinem Quarter Horse Hengst „Dutch Peppy Flash“ die Cow Horse Futurity bei der Americana 2000. Diese wurde in diesem Jahr erstmals ausgeschrieben. Ein Preisgeld von 25.000,- DM add. wurde an die Sieger und Platzierten ausbezahlt. Die Futurity, die im Rahmen der Abendshow „Cow Horse Night“ ausgetragen wurde, war eine genauso spannende Abendveranstaltung wie die „Reining Night“.

 

Abreiteplatz wurde in die Halle verlegt

 

Auch im Jahr 2000 wurde erstmals der Abreiteplatz in die Halle 2 verlegt, angrenzend zur Hauptarena in der Halle 1. In der gleichen Halle befinden sich seit dem Jahr 2000 auch die Ausstellungs-Boxen für Trainer und Züchter sowie die Stände der Verbände. Eine sehr ansprechende Halle speziell auch für die Besucher.

 

Bei den Besuchern wurde die magische Zahl von 50.000 erreicht - und ein Preisgeld von fast 300.000 DM wird an die Sieger und Platzierten ausgezahlt.

 

Die Americana 2002

 

Über 44.000 Besucher aus aller Welt strömten zur Americana 2002 ins Messezentrum Augsburg. Abgesehen von vor zwei Jahren, als die Americana zusätzlich auf einen Brücken- und einen Feiertag fiel, war dies das beste Ergebnis seit Bestehen der Veranstaltung.

 

Die Americana unterstrich auch im Jahr 2002 einmal mehr, die Marke der Branche zu sein. Horst Geier: „Es ist die einzige Veranstaltung, die Westernreit-Spitzensport, Messe und Unterhaltung so ideal miteinander verbindet, entsprechend viele Besucher anspricht und auch begeistert“.

 

Nicht zu vergessen auch diese Zahl: Mehr als 240 Aussteller machten die Americana auch in diesem Sinne erneut zu einem Event. AFAG-Projektleiter Harald Grosse meinte nach dieser Veranstaltung: „Uns ist wieder die kraftvolle Mischung aus hochkarätigem Sport, einer messeähnlichen Fachausstellung und des besonderen Ambientes gelungen – und genau das ist der Charakter der Americana, der diese Veranstaltung in Europa so einzigartig macht.“

 

Aussteller mit Ergebnis sehr zufrieden

 

Bei einer repräsentativen Ausstellerbefragung bewerteten neun Prozent ihren geschäftlichen Erfolg bei der Americana 2002 als „sehr gut“, 37 Prozent als „gut“, 34 Prozent waren zufrieden. Neun Prozent gaben an, bessere Geschäfte als bei der Vorveranstaltung gemacht zu haben. Grosse: „Nichts ist schöner für eine Messegesellschaft, als zufriedene Aussteller zu haben. Und das sind sie. Die Aussteller sagen, die Americana ist ein „Muss“ – und genau so soll es bleiben.“

 

Riesiger Andrang beim Western-Forum

 

Der Run auf das Western-Forum, wo Spezialisten der Westernreitszene wertvolle Trainingstipps gaben, war auch in diesem Jahr gigantisch. Die Besucher nutzten ausgiebig die Möglichkeit, vom Wissen der sich darstellenden 17 Top-Trainer und Pferde-Kenner zu profitieren. Wer die vielen nützlichen Informationen in Ruhe verarbeiten wollte, fand auf dem Messe-Gelände ausgiebig Möglichkeiten zur abwechslungsreichen Unterhaltung: Country-Musik vom Feinsten in den Messe-Hallen und bei den großen Party-Events oder eine kräftige körperliche Stärkung in der Western-Town und speziell im überaus beliebten Red Grizzly Saloon mit seinem einzigartigem Ambiente.

 

24 sportliche Entscheidungen mit Reitern aus 14 Nationen

 

Beim Sport wurden insgesamt in 24 Wettbewerben die Sieger ermittelt. In 16 Disziplinen ging es zum elften Mal um den Titel des Europameisters. Insgesamt traten 360 Reiter aus 14 Nationen mit über 400 Pferden an. Horst Geier meinte: „Besonders freut mich, dass die Leistungsdichte in Europa immer mehr zusammenrückt. Die Finalfelder waren gegenüber den Vorjahren zumeist mit Reitern aus vielen Nationen besetzt.“

 

i-Tüpfelchen war die starke Präsenz der Reiter aus den USA

 

Der gezeigte Sport war erneut großartig und fand sein i-Tüpfelchen neben der Präsenz der Top-Reiter Europas in der großen Zahl der Reiter aus den USA. Erneut war die „Königsdisziplin“ des Westernreitens, die Reining, bei der Americana mit dem weltweit höchsten Preisgeld ausgeschrieben worden. Fast 40.000 Euro wurden hier ausgeschüttet. Sicherlich war der Auftritt von Dell Hendricks einer der absoluten Höhepunkte der Americana 2002. Der als Topfavorit gehandelte Texaner gewann mit seinem Quarter Horse-Hengst Broadmoor die NRHA Bronze Trophy Open Reining.

 

1.500 Tonnen Sand ideal hergerichtet

 

Mit 1.500 Tonnen Sand und noch mehr Know how wurde die 27,5x65 Meter große Arena in der Schwabenhalle ideal hergerichtet, so dass die Teilnehmer wie bereits vielfach bestätigt ideale Bedingungen beim „Mekka des europäischen Westernreitsports“ vorfanden.

 

Deutschland baute bei der Europameisterschaft seine Vormachtstellung aus. Im Medaillenspiegel der Europameisterschafts-Disziplinen kam das Gastgeberland auf sechs Goldmedaillen. Zwei Jahre zuvor waren es fünf. Italien blieb zwar in dieser Statistik auf dem zweiten Rang, kam aber gegenüber den fünf ersten Plätzen im Jahr 2000 jetzt auf „nur“ zwei. Österreich bleibt Dritter mit ebenfalls zwei Goldmedaillen. Neu in der Statistik der ersten drei Ränge taucht Ungarn auf. Fünftbeste Nation blieb wie 2000 die Schweiz.

 

Erlesenes Starterfeld bei der Bronze Tropy Reining Open

 

42 Reiter traten an zum mit großer Spannung erwarteten Vorlauf der NRHA Bronze Trophy Reining Open an. 39.390,75 Euro Preisgeld waren zu vergeben. Das war ein derart großer Batzen, dass dieser Lauf bei der Americana auch entscheidenden Einfluss auf die World-Champion-Ship-Wertung hatte. Entsprechend Americana-gewohnt war das Starterfeld erlesen: Zum einen vertreten mit der kompletten Elite aus Europa - angeführt vom frischgebackenen Futurity-Champion Andrea Fappani, der Ricochet Rooster vorstellte. Der fünfjährige bayfarbene Quarter-Hengst bringt die Empfehlung des NRHA Futurity Reserve Champions des Jahres 2000 mit nach Augsburg. Andrea Fappani ist gebürtiger Italiener und hatte zu diesem Zeitpunkt seit kurzem zudem die amerikanische Staatsbürgerschaft.

 

Dell Hendricks in Augsburg auf dem Weg zum World Champion?

 

Ein anderer Superstar der Americana 2002 war der Amerikaner Dell Hendricks, der bereits zu diesem Zeitpunkt fast 600.000 Dollar Preisgeld in seiner Karriere verdient hatte. Hendricks, im Jahr 1999 Futurity-Sieger mit Hollywood Vintage, hatte sich für dieses Jahr fest vorgenommen, NRHA World Champion in der Open zu werden: „We decided that Broadmoor should try for the NRHA Open World Championship. The plan is to show him at the big open reinings in the United States the first part of the year, then send him overseas for the big open Americana-event in late summer“, meinte er bereits im Winter vor der Americana 2002.

 

Die Voraussetzungen zum herausragenden Gesamterfolg waren denkbar günstig: vor der Americana lag er an zweiter Stelle in der Zwischenwertung – und sein Pferd war eine „Granate“: Der sechsjährige Quarter-Hengst Broadmoor feierte im Jahr 2001 seinen bis dahin größten Erfolg, als er unter Dell Hendricks bei der AQHA World Champion in der Junior Reining wurde. Seinen Siegeszug im Jahr 2002 startete Broadmoor - ein Smart Chic Olena-Sohn aus der Bar J Jackie - übrigens gleich mit einem 147-Score bei der Fort Worth Stock Show.

 

Die Entscheidung in der Bronze Trophy Open Reining

 

Pattern 5 war für die Entscheidung in der NRHA Bronze Trophy Reining Open ausgesucht worden. 17 Starter traten am 12. September 2002 zum Finale an. Allein über 9.000 Euro und die Lawson-Trophy warteten auf den Sieger. Das Starterfeld war erlesen. Reiter aus sechs Nationen mit Pferden aus vier Ländern – elf Pferde stammten aus italienischem Besitz – traten an.

 

Top-Score für den Top-Favoriten Dell Hendricks

 

Wie erwartet gewann Dell Hendricks aus den USA mit Broadmoor diese Reining. Sein Ritt: Fehlerfrei und in jedem Manöver mit Plus honoriert. Begeisterung weckten vor allem seinen flachen und exzellenten Spins. Und dann die Belohnung: Neuer Topscore mit 227 Punkten. Das war der Sieg in der Americana Bronze Trophy 2002!

 

Dell Hendricks also nahm Platz ein in der Americana-„Ahnengalerie“ in der Bronze Trophy Open. Nach Craig Schmersal mit Cee Blair Sailor im Jahr 1994, Don Boyd mit Peppy Duck And Tuck im Jahr 1996, Jeff Kasten mit Heza German Melody im Jahr 1998 und Grischa Ludwig mit As Smart As Charley vor zwei Jahren war es nun also wieder ein Amerikaner, der die Bronze Trophy in Augsburg gewann.

 

Hendricks: „Die Americana ist eine großartige Show“

 

Der 34-jährige Dell Hendricks war nach seinem Sieg überglücklich. „Ich bin stolz auf Broadmoor.  Er hat alles gegeben. Ich versuche, mit ihm in diesem Jahr World Champion zu werden. Deswegen hatten wir bis Mai die großen Shows in den USA geritten und ihn dann zur Americana gemeldet. Das Preisgeld hier ist gewaltig. Aber nicht nur das: Die Americana ist eine großartige Show. Und ich bin wirklich überrascht, wie viele Zuschauer es hier gibt. Das ist toll. Ich bin davon beeindruckt und über meinen Sieg einfach nur glücklich.“

 

Grischa Ludwig wird Reined Cow Horse Futurity-Champion

 

Mit FF Play My CD zeigte Grischa Ludwig in der 3. Reined Cow Horse Futurity  exzellente Leistungen. Völlig verdient wurde er der Champion! Den zweiten Platz eroberte Riccardo Nicolazzi mit dem Paint Pammer. Den dritten Platz in der Gesamtwertung teilten sich Markus Schöpfer und James Anderson.

 

Albert Rolwing gewinnt das Masters Cutting

 

m Finale des Masters Cutting musste Gianluca Munarini mit Acres Of Time nach einer starken Vorstellung im Go einem Konkurrenten den Vortritt lassen. Der Vorlaufs-Beste legte zwar gleich als erster Starter im Finale eine 146 vor. Es reichte aber „nur“ zum zweiten Rang. Denn der Amerikaner Albert Rolwing scorte mit Holi Gold Zan eine 147,5.

 

Der ebenfalls bei dieser Americana sehr erfolgreiche Cutter Hans Kuhn jun. bezeichnete am Ende der Veranstaltung die Americana-Cutting-Entscheidungen schlicht als „die wichtigsten, best besetzten und bedeutendsten Cutting-Wettbewerbe“.

 

Erstmals die ungarische Hymne bei der Americana

 

Schon im Vorlauf hätte er die beste Zeit gehabt, hätte er nicht im Go gleich zwei Stangen umgerissen. Im Finale des Pole Bending aber blieb der Parcours heil – und seine reine Rennzeit wusste er gegenüber dem Go noch einmal um rund zwei Sekunden zu steigern. Und damit war es soweit: Erstmals erklang bei der Americana die ungarische Nationalhymne. In 22,66 Sekunden wurde Attila Kastely auf dem Paint CD neuer Europameister beim Pole Bending. Etwas Glück gehörte dazu: Ausgerechnet die letzte Stange wackelte bedenklich – und Attila Kastely schaute auch im vollen Galopp zurück zur Ziellinie noch ängstlich zurück – doch letztlich blieb alles in seiner Verankerung.

 

Krönender Abschluss der Americana 2002

 

Krönender Abschluss der Americana 2002 war die Mannschafts-Europameisterschaft im Cutting. Zwei bis drei Reiter bildeten ein Team, wobei es bei drei Startern ein Streichergebnis war. Jede Mannschaft musste mindestens einen Open- und einen Non-Pro-Reiter stellen. Das Publikum war begeistert – und speziell für die Fans der deutschen Farben Grund zum Jubeln. Denn das deutsche Team mit Uwe Röschmann, Ute Holm und Jürgen Döring gewann Gold. Insgesamt 293,5 Punkte holte das deutsche Team. Vize-Mannschaftsmeister wurde Österreich mit 288,5 Punkten. Zum österreichischen Team gehörten Gerold Dautzenberg, der zwei Pferde vorstellte, sowie Janos Horvat. Mit 288 Punkten holten gleich zwei Mannschaften Bronze: Frankreich mit Daniel Harache, Jacky Hirschauer und Florence Harache sowie die Niederlande mit den Kaderreitern Brent Gubbels und Paul Derrez. Fünfter wurde die Schweiz (287) vor Belgien (282) und den USA (274,5).

 

 „Mister Americana“ erhält Unterstützung

 

Horst Geier freute sich, zur Americana 2002 Joachim Bochmann als seinen Stellvertreter in die Organisation einbinden zu können. Der Duisburger zeigte gleich großen Einsatz und leitete den sportlichen Ablauf während der Veranstaltung. Mit Meike Grefe konnte eine hervorragende junge Dame für die Meldestelle gewonnen werden. Maurizio Di Simone wurde in diesem Jahr Repräsentant für die Americana in Italien. Mit diesen Fachleuten und weiteren 47 freiwilligen und ehrenamtlichen Helfern stand einmal mehr der Americana ein überaus erfolgreiches Team zur Verfügung

 

Weitere Verbesserungen bei der Americana 2004

 

Zur Americana 2004 wurde die Hauptarena in der Augsburger Schwabenhalle auf das internationale Standardmaß von 30 Metern in der Breite vergrößert. Damit war vor allem ein noch besserer Sport in den Disziplinen Reining und Cutting möglich. Zudem erhielten die Cutter erstmals die Möglichkeit, sich in der Halle 2 in einem „practice pen“ auf ihre Darbietungen gezielt vorzubereiten.

 

 „Masters“ in Pleasure und Trail

 

Neben der offiziellen Europameisterschaft der European Cutting Horse Association sowie der European Reined Cow Horse Association und der NRHA-USA-approved Bronze Trophy Reining setzte sich die Americana aber auch für den Ausbau der anderen offenen Klassen erfolgreich ein. So wurde für die Anhänger des Pleasure-Sports neu eine „Masters Pleasure“ angeboten, die zusätzlich zu den bereits bekannten EM-Disziplinen für Junior- und Senior-Pferde eine weitere Möglichkeit bot, die Pleasure in Vollendung zu präsentieren und attraktive Sach- und Geldpreise inklusive des Titels „Americana Champion Masters Pleasure 2004“ zu gewinnen. Und auch für die Trail-Spezialisten gab es erstmals eine Masters-Entscheidung. Die Masters-Pleasure gewann Barbara Cumiolo auf Hot As I Wanna Be und im Masters-Trail setzte sich die Österreicherin Iris Oplusstil auf Masters Mystique durch. Der Trail war mit einem Preisgeld von 6.000 Euro added wohl übrigens auch der höstdotierte Trail, der jemals in Europa ausgetragen wurde.

 

Kein Wunder, dass bei dem erneut so attraktiven Programm der Americana 42.200 Besucher sich dieses Ereignis nicht entgehen ließen. Und 130 internationale Journalisten berichteten aus Ausgburg über die Americana, bei der im Jahr 2004 410 Sportler aus 15 Nationen in 25 verschiedenen Disziplinen um ein Preisgeld von mehr als 130.000 Euro antraten.

 

Trainer von Michael Schumacher gewinnt die Reining

 

Als absoluter Höhepunkt der sportlichen Wettbewerbe wurde der Sieg von Martin Larcombe in der Bronze Trophy Open Reining gefeiert. Auf Arc Oak Enterprise sicherte sich der Australier diesen bedeutenden Sieg, der mittlerweile übrigens auch Trainer des Formel-1-Helden Michael Schumacher und seiner Frau Corinna ist. Mit seinem Sieg bei der Americana setzte er seine imposante Erfolgsbilanz konsequent fort, denn Martin Larcombe wurde in diesem Jahr auch dank seines Sieges in Deutschland NRHA World Champion 2004. In Augsburg setzte sich Larcombe übrigens gegen den US-Amerikaner Shawn Flarida durch – ein weiterer „Held“ der Szene. Flarida gewann übrigens im Jahr 2005 die NRHA-Futurity bereits zum dritten Mal. Flarida stellte bei der Americana As Smart As Charley vor, der anschließend in einer erinnerungswürdigen Inszenierung vom Turniersport verabschiedet wurde.

 

„Die Americana ist unsere Tour de France“

 

„Bei der Americana zu siegen, das ist einfach das Größte – das ist mit nicht zu vergleichen“, meinte Deutschlands Westernreitstar Grischa Ludwig und zog dann doch einen Vergleich zur Bedeutung der Americana, indem er sie als die „Tour de France“ der Westernreiter bezeichnete. Immerhin wird dieses Event nach den Olympischen Spielen und der Fußball-Weltmeisterschaft als drittgrößtes Sportereignis der Welt betrachtet. Der Baden-Württemberger konnte das Glücksgefühl über einen Sieg bei der Americana gleich zwei Mal auskosten: Er gewann sowohl die Reining-Futurity auf dem vierjährigen Quarter-Hengst Great Red Whiz als auch die Working Cowhorse Open (mit FF Play My CD). Das Grischa Ludwig zudem ein großes Talent für Unterhaltung hat, bewies er in der Abendshow, als er gemeinsam mit der Voltigier-Weltmeisterin Nadja Zülow das Publikum als „Pferdetänzer“ begeisterte.

 

Markus Schöpfer dominiert die Reined Cow Horse Futurity

 

Einen großen Erfolg landete der Italiener Markus Schöpfer. Er gewann die Reined Cow Horse Futurity und strich zudem hier auch den zweiten Rang ein. Mit dem vierjährigen Quarter-Hengst Remilore holte er mit begeisternden Vorstellungen in dieser Vielseitigkeitsprüfung für „Rinderpferde“ 440 Punkte.

 

Den Zuschauern wurde aber auch erneut ein wahres „Cutting-Fest“ geboten. In dieser Disziplin gewann die bedeutendste Prüfung der Italiener Gianluca Munarini auf MR Pepto Fletch. Im entscheidenden Finale holte er sensationelle 150 Punkte. Beste Deutsche wurde in dieser Prüfung Ute Holm, die Dritter wurde.

 

Ein riesiger Erfolg war auch einmal mehr die internationale Messe, bei der sich 249 Aussteller präsentierten.

 

Wieder 42.000 Besucher bei der Americana 2006

 

Die Americana 2006 bewies einmal mehr, dass diese Veranstaltung die Messlatte der europäischen Westernreitveranstaltungen ist. 42.000 Besucher verfolgten an fünf Tagen das „Mekka des Westernreitens“ im Messezentrum Augsburg. Die rund 350 Teilnehmer aus 15 Nationen zeigten bei der 13. Auflage der Americana den aktuellen Stand des Sports auf diesem Kontinent und darüber hinaus – und der war verdammt hoch. Neben dem sportlichen Angebot mit 28 Wettbewerben erfreuten sich die Gäste an der internationalen Messe mit 240 Ausstellern, dem Western-Forum mit den Stars der Szene und natürlich auch an der tollen Unterhaltung von den Abendshows über den Red Grizzly Saloon bis hin zur Country Musik.

 

Erstmals bei der Americana dabei waren im Jahr 2006 auch Reiter aus Brasilien. In 28 Wettbewerben – davon 14 Europameisterschafts-Entscheidungen – wurde um insgesamt fast 150.000 Euro Preisgeld gekämpft. Die Ritte wurden von den Richtern Allan Mitchels, Robert Fanning und Bobby Harrison (alle USA) sowie Janette Steffl aus Italien bewertet.

 

Martin Larcombe wiederholt seinen Sieg in der Bronze Trophy Open

 

Den größten Einzelposten des Gewinngeldes strich sich der Australier Martin Larcombe ein. Der Australier gewann wie bereits bei der Americana 2004 die Bronze Trophy Open Reining. Der Trainer von Corinna und Michael Schumacher erhielt für seine Vorstellung auf dem siebenjährigen Quarter Horse-Hengst Red Chic Peppy knapp 9.200 Euro. Gesamt kamen allein in dieser Prüfung fast 40.000 Euro zur Ausschüttung. Mit seinem Sieg in Augsburg baute Larcombe zugleich seine Führung in der aktuellen Weltrangliste des Reining-Sport aus. Auch bei den beiden anderen wichtigsten Entscheidungen wiederholten die siegreichen Reiter der Americana 2004 ihren Erfolg: Das Cutting gewann der Italiener Gianluca Munarini auf Starlight Elan und die Vielseitigkeitsprüfung für ein „Rinderpferd“, die Reined Cow Horse Futurity, entschied der Turiner Markus Schöpfer auf BBR Perfect Timin für sich. Markus Schöpfer war in diesem Jahr auch das Plakatmotiv der Americana 2006. Ingesamt waren über 400 Rinder im Einsatz.

 

Die sportliche Leitung zeigte sich am Ende der Veranstaltung hochzufrieden. Horst Geier und Joachim Bochmann: „Die Americana war erneut Top und ist unangefochten die Meßlatte Europas für Westernreitveranstaltungen. Die Begeisterung des Publikums zeigte, dass zudem unser Konzept unverändert sehr gut ankommt. Die Zuschauer wissen unser umfangreiches Programm zu schätzen.“ Ein Konzept, das neben Bewährtem dennoch ständig mit Neuerungen aufwartet. In diesem Jahr stieß etwa die erstmals ausgetragene Hengstsprungversteigerung von 20 der besten Vererber auf ein riesiges Interesse: Auktionator Johannes Orgeldinger hatte keine Mühe, alle 20 Hengstsprünge meistbietend unter den Hammer zu bringen.

 

Journalisten aus aller Welt und erstmals live im Internet

 

Die Americana stieß erneut auf ein sehr großes Medieninteresse. Fast 120 Journalisten, darunter auch die Fachpresse etwa aus den USA, Italien und Ungarn, kamen nach Augsburg, um über die Americana zu berichten. Unter anderem waren Tonya Garrison vom American Quarter Horse Journal, Giancarlo Doardo vom Reiner Italien und Gerda Langer von der Western News Österreich vor Ort. Auch im Internet war das Echo enorm: Erstmals wurden die Wettbewerbe der Americana vom auch live übertragen. Dies nutzten viele Daheimgebliebene: Die Live-Übertragung verzeichnete rund 35.000 Clicks. Die Zahl der Zugriffe auf die Americana-Homepage (www.americana.de) ließ beinahe den Server zusammenbrechen.

 

Kim Sloane, Leornardo Arcese und APHA-Präsident zu Gast

 

Auch jede Menge Fachprominenz war vor Ort: Neben den Vertretern sämtlicher deutschen Verbände etwa die Präsidenten und Vizepräsidenten der großen internationalen Verbände vor Ort, darunter NRHA Vize-Präsident Kim Sloane, ERCHA-Präsident Leonardo Arcese und APHA Präsident Carl Parker und Executive Director Lex Smirthwaite.

 

Minister Miller: Americana so bedeutend wie die WM

Ebenfalls begeistert zeigten sich die politischen Vertreter. Die Americana wurde besucht von Bayerns Landwirtschaftsminister Josef Miller, Augsburgs Oberbürgermeister Dr. Paul Wengert und Isabella Cascarano, Konsulin und Leiterin der Handelsabteilung im Generalkonsulat der Vereinigten Staaten von Amerika in München.

Aussteller: Americana im Vergleich zu anderen Reitmessen Umsatzsieger

 

Während andere renommierte Reitsportveranstaltungen im Jahr 2006 mit Besucher- und damit verbunden Umsatzrückgängen für die Aussteller zu kämpfen hatten, konnte die Americana auch 2006 wieder punkten. Vor allem von den neuen Ausstellern gab es viel Lob, einen derartigen Besucheransturm hatten sie bislang noch nicht erlebt. Zahlreiche Aussteller sprechen von spürbar mehr Neukunden als in früheren Jahren. Und nahezu unisono war zu hören: „Die Americana ist die letzte Messe, auf die wir verzichten würden.“

Stadtsparkasse muss Geldautomaten ständig nachfüllen

Dass hier sehr viel Geld die Besitzer wechselte, konnte auch die Stadtsparkasse Augsburg bestätigen, die mehrmals auch am Wochenende in die Messe kam, um die leeren Geldautomaten wieder zu füllen. Und dass, obwohl der bargeldlose Zahlungsverkehr auch auf Messen zunehmend Einzug hält.

Prima Geschäfte gemacht

Auch die repräsentative Befragung der Aussteller spiegelt diese durchwegs positive Stimmung wider. Sie erbrachte in den wesentlichen  Kriterien noch bessere Ergebnisse, als vor zwei Jahren: So bewertete über die Hälfte der Firmen, nämlich 54%  (2004: 39%) ihren geschäftlichen Erfolg als „sehr gut“ oder „gut“, 36% waren „zufrieden“. Immerhin 16% (2004: 11%) freuten sich über bessere Geschäfte als vor zwei Jahren. Auf die Frage nach der Wiederbeteiligung an der Americana 08 antworteten 71% mit „ja“, 29% konnten noch keine verbindliche Auskunft geben.

Ganz Augsburg hatte keine Chicken Wings mehr

Wie immer bei großen, internationalen Messen profitierte auch die Region, vor allem die Hotellerie und Gastronomie: An die 30.000 Übernachtungen schrieb die Regio Augsburg Tourismus GmbH der AMERICANA zu. Grund zur Freude hatten wie immer auch Dienstleister wie Messebauer, Caterer oder Taxiunternehmen. Und der Lebensmittelgroßhandel:  In ganz Augsburg waren amerikanische Klassiker wie Chicken Wings oder Farmersalat ausverkauft. Im Red Grizzly Saloon waren während der AMERICANA tausende Portionen verdrückt worden.

 

Die sportlichen Highlights der Americana 2006 wurden in drei Abendshows angeboten, „garniert“ mit teils spektakulären Showeinlagen. Die Namen der Galas waren Programm: „Run of the Stars – Reining at it’s best“ und „Cow Horse Festival“. 

 

Ricky Bordignon seit 20 Jahren bei der Americana

 

Den spektakulärsten Auftritt bei den Abendshows lieferte der mehrfache Weltrekordler im Motorradweitsprung, Tony Rossberger. Mit seiner Maschine hatte er allerdings nicht nur eine Pferdestärke unter dem Sattel. Mit einem gewaltigen Satz über eine Rampe sprang er aus dem Nichts in die Arena und zeigte weitere waghalsige Manöver, dass der Sand nur so zur Seite spritzte. Aber was wäre diese Nummer ohne einen vierbeinigen Part gewesen? Ricky Bordignon stellte sich der Herausforderung und ritt mit einem PS in die Arena. In einem Barrel Race maßen die beiden ihre Kräfte, das um zwei Sekunden zugunsten der Motocross-Maschine ausging. Ricky wurde nur knapp geschlagen, war aber trotzdem bei weitem kein Verlierer, wurde er doch geehrt für höchste Americana-Treue: Seit 20 Jahren, also von Beginn an, war er als Teilnehmer auf der Americana dabei! In vielen Disziplinen war er schon erfolgreich, von Western Pleasure über Reining bis hin zum Barrel Race. Herzlich Willkommen auch in den nächsten Jahren!

 

Jacs On Top als „Americana Reining Horse 2006“ geehrt

 

Nicht nur Zweibeiner, sondern auch besonders herausragende Vierbeiner wurden im würdigen Rahmen der Abendshows und im Scheinwerferlicht geehrt. „Americana Reining Horse 2006“ – mit diesem Titel wurde eine große Sportlerkarriere ausgezeichnet. Viermal in Folge, von 1998 bis 2004, lief der Quarter Horse-Hengst Jacs On Top hier im Finale der Bronze Trophy Reining Open.. Mit großem Applaus verließ Jacs On Top die Arena.

 

Kelly Zweifel und Master Snapper ein purer Genuss

 

Ein weiteres Ausnahmepferd trat bei der Americana zum letzten Mal und dies ungeschlagen in der Showarena auf: Master Snapper, amtierender Derby Champion mit dem höchsten in dieser Prüfung je errittenen Score von 232 und einziges in Europa gezogenes und trainiertes Pferd, dass in den USA eine der prestigeträchtigsten Klassen gewinnen konnte, verabschiedete sich unter seiner Starreiterin Kelly Zweifel im Scheinwerferlicht von seinen Fans.

 

Milchschlacht mit Grischa Ludwig und Nico Hörmann

 

Einmal mehr ließen es sich Grischa Ludwig und Nico Hörmann  nicht nehmen, dem abendlichen Programm eine besondere Note zu geben. Dass die beiden für jeden Spass zu haben sind, bewiesen sie schon vor zwei Jahren – damals gaben sie eine unvergessene Voltigierkür zum Besten. Dieses Mal hieß es „Auf zum Melk-Race!“. Mit zwei Reitern von Pullmann City maßen sich Nico und Grischa im Milchtransport. Es endete mit viel Spaß in einer wahren „Milchschlacht“.

 

Fünf Bronze Trophies vergeben

 

Erstmals wurden bei der Americana fünf Bronze Trophies vergeben. Dazu „Mister Americana“ Horst Geier: „Erstmals waren alle NRHA-Wettbewerbe der Americana USA-approved – also auch etwa die beiden Freestyle-Prüfungen. Das ist bei den Reitern sehr gut angekommen.“ Joachim Bochmann von der sportlichen Leitung ergänzte: „Unser Wunsch ist es, die Reining-Futurities und -Derbies noch weiter auszubauen. Derzeit trauen sich einige der Amateure und Besitzer der jungen Pferde noch nicht auf unsere Großveranstaltung. Wir hätten aber gerne alle Besten – eben auch der Amateure – bei uns.“

 

Die Reined Cow Horse Futurity ist mittlerweile ein fester und wichtiger Bestandteil der Americana. Bochmann: „Die Reined Cow Horse Futurity wird immer stärker. Sie ist neben Reining und Cutting ein ideales drittes Standbein der Americana und passt phantastisch in unser Konzept, das natürlich auch die anderen Disziplinen nicht vergisst.“

 

Filipo Masi: „Die Americana ist ein ganz besonderes Event“

 

Wie etwa die Pleasure. Bochmann: „Nie zuvor wurden bei der Americana so schöne und gute Pleasure-Prüfungen wie in diesem Jahr geboten.“ Auch hinter den Kulissen passte alles. Bochmann: „Besonders die Teilnehmer haben gemerkt, das hier ein eingespieltes Team mit Herz ihre Aufgaben wahrnimmt. Und die zeitliche Trennung von Reining und Cutting hat zudem den Andrang bei der Meldestelle entzerrt.“ Sehr gut aufgenommen wurde von den Teilnehmern auch das erstmals angebotene Paid Warm Up und das zum dritten Mal angebotene Practice Pen für die Cutter. Wie wohl sich die Reiter in Augsburg fühlten, fasste der italienische Crack Filipo Masi zusammen: „Ich habe dieses Jahr kein wirklich starkes Pferd passend zur Americana zur Verfügung. gehabt. Aber ich würde selbst ohne Pferd zur Americana kommen. Die ist einfach ein ganz besonderes Event“.

 

Martin Larcombe wiederholt seinen Americana-Triumph!

Erstmals schaffte es ein Reiter, die große NRHA Bronze Trophy Open der Americana zum einen überhaupt zum zweiten Mal und dann auch noch in Folge zu gewinnen. Die Verneigung gebührte dem Australier Martin Larcombe. Congratulations! Er kam vor voller Halle im Finale mit seinem siebenjährigen Quarter-Hengst Red Chic Peppy auf 221,5 Punkte. 2004 hatte Larcombe diese Prüfung auf Arc Oak Enterprise gewonnen. Und nicht zu vergessen. Mit dem in diesem Jahr vorgestellten Red Chic Peppy war er zudem Achter bei der Americana Bronze Trophy 2004 (damaliger Score: 216,5) gewesen.

Sein stärkster Konkurrent im Finale war der Vorlaufsbeste und WM-Mannschafts-Bronze-Gewinner Dario Carmignani,. der auf Skeets Dun zu 220 Punkten kam. Den dritten Rang teilten sich die Belgierin Ann Poels auf Codys Diamond und Marco Petinari auf Let Me Out Please (jeweils 219,5). Für Sylvia Rzepka auf Golden Mac Jac reichte es bei 219 Punkten im Tie mit Adriano Meacci zum fünften Platz.

 

Einen Sieg landete Sylvia Rzepka auf Golden Mac Jac dagegen in der NRHA Maturity. Die beiden lieferten einen wunderschönen Ritt in gewohnt harmonischer Weise, wobei sie in fast jedem Manöver plussen konnten. Sylvia Rzepka und Golden Mc Jac, die bereits mit einer 220,5 den Vorlauf gewonnen hatten, legten im Finale noch mal eins drauf. Die beiden zeigten einen technisch perfekten, harmonischen Ritt, der in drei wunderschönen Stops mündete. Die Richter belohnten diesen ‚Vorzeige-Ritt’ mit 222 Punkten. Auf dem zweiten Platz folgte Grischa Ludwig mit seinem Kaderpferd Coeur D Wright Stuff (219).

 

Bernard Fonck souverän auf Platz 1 und 2

Zwei Pferde hatte der Belgier Bernard Fonck im Reining Futurity-Finale 3-years Open – und beide ritt er im Endlauf mit wunderschönen Leistungen auf Platz 1 und 2. Futurity Champion wurde der WM-Reiter und Weltranglistenzweite mit ND Miss Sailo Jac, einer Stute im Besitz von Nathalie Derua. Der Score: 218,5. Gleichzeitig sicherte er sich mit Select A Star, der Stute, mit der er Zweiter im Vorlauf war, den Reserve Champion-Titel mit 217,5 Punkten.

Vern Sapergia und Peanuts Kid gewannen das NRHA Reining Derby Open

Von ursprünglich 26 Startern hatten sich 15 fürs Derby-Finale qualifiziert, wofür mindestens 211,5 Punkte erreicht werden mussten. Es wurde ein knappes Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen dem ersten und zweiten Platz. Rudi Kronsteiner (AUT) legte als sechster Starter die Messlatte an. Mit Chic N Roost, einem 4-jährigen Hengst im Besitz der Französin Priscilla Jacquard, ging der Österreicher auf volles Risiko und beendete den Ritt mit einem +1-Spin und damit insgesamt 220,5 Punkten. Damit schien lange Zeit der Sieg fest zu stehen – bis Vern Sapergia als drittletzter Reiter die Bahn betrat.

 

Mit Peanuts Kid zeigte er vor dicht gedrängten, tobenden Zuschauertribünen Reining vom Feinsten: ein schneller, technisch ganz feiner und harmonischer Ritt mit einem offensichtlich zufriedenen Pferd. Der kanadische Trainer ritt den 4-jährigen Wallach der Österreicherin Claudia Klusarits auf den Top Score 221, wobei er Peanuts Kid in jedem Manöver in den Plusbereich brachte.

 

So wurde Rudi Kronsteiner Reserve Champion. Platz 3 ging mit drei Punkten Abstand an den Belgier Bernard Fonck mit der einzigen Stute des Feldes, Whiz N Merida. Der derzeitige NRHA-Weltranglistenzweite und WM-Starter brachte Piet Mestdaghs Stute auf eine 217,5. Bernard Fonck brachte zudem sein zweites Pferd FB Junior mit einer 214 auf Platz 7. 

 

Sieben Starter verzeichnete die Freestyle Reining Open. Szenenapplaus und Anfeuerungsrufe der Zuschauer trieben Reiter und Pferde an. Zwei Teilnehmer stachen mit einer besonders gelungenen Vorstellung heraus: Uschka Wolf (GER) erzählte mit ihrer Quarter Horse-Stute Jacs Smokey Maid eine Geschichte aus dem Morgenland und brachte das Publikum zu Begeisterungsstürmen: in der Sandwüste des Orients klaut ein Beduine dem schlafenden Besitzer das Pferd. Ohne Zaumzeug, nur mit Halsring!, rauschte die Reiterin durch die Nacht. Eine sehr harmonische und trotzdem rasante Vorstellung in aufwendigen Kostümen, die den Besuchern eine Gänsehaut über den Rücken laufen ließ. Besonders beeindruckend, dass alle Manöver trotz dieses hohen Schwierigkeitsgrads von den Richtern im +0,5-Bereich bewertet wurden.

 

Ebenfalls einen mitreißenden Ritt lieferte Ricky Bordignon (ITA) auf seinem Quarter Horse-Hengst The Little Fighter. Zu Musik von Christina Aguileira zeigte er sich als Phantom im schwarzen Frack, Hut und mit Augenklappe, sein Palomino glänzte gold-metallic im Scheinwerferlicht. Auch hier war der Schwierigkeitsgrad hoch: Ohne Sattel präsentierte er einen Ritt mit viel Tempo, der die Zuschauer mitriss. Stops, Rollbacks und Spins –  kein Problem auf dem blanken Pferderücken. Die Spins waren rasend schnell und dennoch sauber -  sie wurden von den Richtern mit Scores bis zu +1,5 bewertet!

 

Wer von den beiden würde aber gewinnen? Am Applaus der Zuschauer war das Ergebnis nicht abzulesen, gab es doch für beide Ritte wahre Begeisterungsstürme. Mit einem Gesamtscore von 225,5 gewann schließlich Ricky Bordignon, Uschka Wolf kam auf den zweiten Platz mit 221 Zählern. Dritte wurde Sita Stepper (GER) auf dem Quarter Pony Blues Starlight mit einem Score von 211,5. Mit Schnorchel, Strohhut und Schwimmflossen ritten sie und ihr Pferd in den Badeurlaub. 

 

Von Elvis über Barbie bis hin zu Mozart – mit vielgestaltigen Kostümen präsentierte sich die Freestyle Reining der Non Pros, in der neben zwei Amateuren auch vier Jugendliche starteten. Minnie Mouse alias Melina Hugelshofer (CH) gewann die Prüfung schließlich mit Jacs Royal Paco. Im roten Disney- Kostüm und mit Schirmchen lieferte sie einen sauberen Ritt und scorte  eine 211,5. Und machte sich damit zu ihrem 12. Geburtstag ein besonders schönes Geschenk.

 

10 Italiener gegen eine US-Amerikanerin und einen Deutschen

 

10 Italiener, eine US-Amerikanerin mit zwei Pferden und ein Deutscher traten zum Finale der ECHA European Cutting Championship Open 2006 vor ausverkaufter Kulisse in der Augsburger Schwabenhalle an. Der deutsche Teilnehmer: Der junge Malte Döring, vor zwei Jahren Fünfter dieser Prüfung. Wie würde er sich gegen die superstarke Konkurrenz behaupten können?

 

Ein Zauberritt von Gianluca Marchesini

 

Gianluca Marchesini, 2004 auf San Sugar Lena Sechster der Cutting-Entscheidung bei der Americana, ließ es auf Lenas Starfish als zweiter Finalstarter so richtig krachen. Eine super Arbeit am ersten Rind bis zur totalen Querlage, dann noch mal eine klasse Arbeit an der zweiten Kuh und letztlich ein in der Mitte hypnotisiertes, von der Arbeit des Pferdes geradezu „gefesseltes“ drittes Rind. Wahnsinn. Das begeisterte Publikum tobte. Der Blick zur Anzeigentafel: und dann…der Score: 150! Was für eine Marke.

 

Es sollte auch der beste Ritt des Finales bleiben. Doch würde es auch zum Gesamtsieg reichen? In der Addition legte Gianluca Marchesini 439,5 Punkte vor.

 

Malte Döring und Kiss My Cat geben alles

 

Auch bei Malte Döring auf Kiss My Cat ging die Post ab: Eine super Arbeit am ersten Rind, wie bei Marechesini extreme Katzensprünge bis in die extreme Querlage. Gleich beim ersten Cut-Sprung ging die Pferdebrust bis auf den Boden. Und Malte Döring legte auch mit dem zweiten Rind eine phantastische Arbeit hin. Dann die Score-Durchsage: 145! Schnell gerechnet…und damit gesamt 438 Punkte. Am Ende der dritte Rang für den so jungen Mann inmitten dieser abgebrühten Cutter.

 

Jetzt fiel die Entscheidung: 145,5 als Vorgabe für Munarini

 

Jetzt aber musste die Entscheidung um die Titelvergabe fallen. Gianluca Munarini stand mit seinem zweiten Pferd, dem achtjährigen Starlight Elan, bereit. 145,5 Punkte waren jetzt seine Vorgabe, um an Gianluca Marchesini noch vorbeiziehen zu können.

 

In 22 Sekunden entscheidet sich die Titelvergabe

 

Aber das ging gar nicht gut los. Das erste Rind wollte überhaupt nicht mitspielen. Keine Punkte. Jetzt schnell das zweite Rind vom Rand abgetrennt – die Zeit läuft. Hopp oder Top. Aber auch das Rind gibt nicht viel Gelegenheit für Plus. Zu viel auf der langen Linie. Schnell aufhören und noch ein drittes Rind. Noch mehr Hopp oder Top. Schnell abgetrennt. Noch 22 Sekunden Zeit! Und jetzt geht die Post ab. Zack, zack. Von einer Seite zur anderen. Die letzten Sekunden. 5 extreme Quersprünge genau auf der Mitte. Punkt für Punkt. Wie haben die Richter entschieden? Die Luft knistert. Dann die Durchsage: 148 Punkte. Acht Punkte in den letzten 22 Sekunden! Und damit auch genug für den Gesamtsieg: Gratulation an Gianluca Munarini, den alten und neuen Europameister, in diesem Jahr Gold mit Starlight Elan. Und fest stand nun auch, dass Gianluca Marchesini mit Lenas Starfish neuer Vize-Europameister Cutting ist.

 

Der Marler Jürgen Döring wurde mit Kiss My Cat Europameister 2006 in der Non Pro Cutting auf der Americana. Die beiden hatten im Vorlauf mit einer 148 Top Score erritten. Im zweiten Go, der gleichzeitig Finale war, genügten sein zweiter Platz und der Score von 146 Punkten für den Gesamtsieg in dieser Prüfung. Mit 294 Punkten setzte er sich mit dem sechsjährigen Quarter Horse Hengst Kiss My Cat souverän an die Spitze eines 25-köpfigen Starterfeldes.

 

Titelverteidiger Markus Schöpfer führte BBR Perfect Time zum Futurity-Sieg

 

Nicht umsonst schmückte er das diesjährige Americana-Plakat: der Turiner Markus Schöpfer wiederholte seine tolle Leistung vom Vorjahr: er brachte zuerst alle drei Pferde ins Finale und führte bereits nach den Vorläufen. Mit BBR Perfect Time, einer 4-jährigen Quarter Horse Stute im Besitz von Romina Santucci wurde er ERCHA Futurity Champion 2006. Die beiden legten eine 142 in der Herd Work vor, legten eine 143 in der Reined Work nach und beendeten die Cow Work mit einer 138, was insgesamt 423 Punkte ausmachte.

 

Und das war nach dem Go eher eine Überraschung. Denn eben mit diesem Pferd hatte er es im Go nur hauchdünn in das Finale geschafft. Zur Erinnerung: Im Vorlauf hatte er mit einer 137 in der Herd Work begonnen, und dann mit einer 131,5 in der Reined Work noch mehr an Boden verloren. Mit einer 139 in der Cow Work und gesamt 407,5 reichte es dann gerade so für die Qualifikation. Das sah dann im Finale ganz anders aus.

 

Wie im Vorjahr wurde Markus Schöpfer zudem Reserve Champion – dieses Mal mit dem 3-jährigen Appaloosa Hengst  Ma Powersign im Besitz von Marco Brunetti (421,5 Punkte). Zudem hatte Schöpfer das beste Ergebnis in der Reined Work mit seinem dritten Pferd Peptos Lil Bingo, einem 4-jährigen Hengst im Besitz von Braam Quarter Horses, NED: 147 Punkte! Insgesamt bedeutete dies 419 Punkte und Platz 5. Zweifacher Dritter wurde mit einer 419,5 Eugenio Latorre mit Spirit of Valentine bzw. Hezachic N Pride.

 

Zehn Reiter gingen ins Finale der ERCHA Working Cowhorse Open. Strahlender Sieger und neuer Europameister bei der Americana wurde schließlich der Österreicher Gerold Dautzenberg mit Sanita Chic Olena. Die beiden waren als Zweite aus dem Vorlauf gekommen und hatten den drittbesten Score in der Dry Work (Score 142,5) sowie eindeutig die beste Fence Work (145 Punkte). Mit einem Score von 287,5 setzte sich Gerold Dautzenberg an die Spitze des Finalistenfeldes.

 

Nur einen halben Punkt dahinter landete der Italiener Riccardo Nicolazzi mit dem 11-jährigen Quarter Horse Hengst Lil Smart Playboy auf dem zweiten Platz. Die beiden brillierten insbesondere in der Dry Work (144). Mit dem zweitbesten Score von 143 Punkten in der Fence Work ergab dies insgesamt 287 Punkte.

 

Bester Deutscher war Philipp Martin Haug mit Wolfgang Dalicks Slidin On Diamonds. Der erst 6-jährige Hengst, der erst  vor wenigen Wochen FEQHA Europameister Senior Working Cowhorse wurde, beeindruckte gleich als erster Starter mit einem sehr schönen, sauberen Durchgang. 140,5 in der Dry Work und der zweitbeste Score in der Fence Work (143) ergaben zusammen 283,5 Punkte und damit Platz 3.

 

Hattrick für Gerold Dautzenberg und Sanita Chic Olena

 

Es sah zwar nach den Vorläufen ohnehin so aus, als ob dem Vorlaufssieger Gerold Dautzenberg und seinem alt verdientem ‚Kempen’ Sanita Chic Olena nichts mehr passieren könnte. Doch der 68-jährige Österreicher war nach seinen Erfahrungen in der Reined Cow Horse Non Pro sehr vorsichtig geworden. Dort hatte er mit fast 19 Punkten in den ersten Teilprüfungen geführt, bevor ihm sein Pferd Smart Rip einen Strich durch die Rechnung machte.

 

Doch auf Sanita Chic Olena war wie immer Verlass. Der Wallach, der übrigens das erste Superior Cowhorse Europas ist, erzielte im Finale eine 139 in der Dry Work und brillierte wie immer besonders in der Fence Work. Hier hatte der Sohn des berühmten Smart Chic Olena aus einer Tochter von Sonitas Last das beste Ergebnis dieser Klasse: 143 Punkte. Damit setzte er sich überlegen mit einer 570,5 Gesamtscore an die Spitze, was den dritten Sieg in Folge in dieser Prüfung auf der Americana bedeutete. Das Paar hatte bereits sowohl 2002 als auch 2004 den Europameistertitel davongetragen.

 

Doppelsieg für Markus Schöpfer

 

Diese Premiere war zugleich das erste Finale der Americana 2006: Die Two-Rein Open feierte in diesem Jahr in Europa und damit auch in Augsburg seinen Einstand. Die Two-Rein Open ist eine Working Cowhorse-Prüfung für Pferde, die vom Bosal ins Bit umgestellt werden. Ab sechs Pferdejahren möglich, kann das Pferd in einem Jahr in dieser Prüfung vorgestellt werden – und zwar wie der Name sagt, mit zwei Zäumungen gleichzeitig. Das Bit wird dabei vom Reiter vor allem als Unterstützung für die „seitlichen“ Befehle eingesetzt.

 

Den Sieg sicherte er sich mit Remilore (Dry Work: 144, Fence Work: 137, gesamt: 281). Remilore ist den Americana-Besuchern gut bekannt. Vor zwei Jahren gewann der jetzt sechsjährige Quarter-Hengst ebenfalls unter Markus Schöpfer die Reined Cowhorse Futurity in Augsburg.

 

Den zweiten Rang sicherte sich Markus Schöpfer auf Smokin Marquita (140,5/127/267,5). Nur einen halben Zähler zurück wurde Ricky Bordignon auf Snapper Peppy Dritter (139/128/267). Snapper Peppy war übrigens bei der Reined Cowhorse Futurity der Americana 2004 Zehnter geworden. Der vierte Rang ging an Filippo Masi auf Docs Black Quixote (137,5/126/263,5).

 

World Open Trail All Ages ging an Pierre Quellet / Titel für Anna Limmer

 

Von 40 Pferd-Reiter-Kombinationen im Vorlauf schafften es zehn ins Finale des höchstdotierten Trail Europas, des World Open Trail All Ages. Und Weltklasse-mäßig war auch der Trailparcours. Wer hier nicht ein absolut rittiges, auf feinste Hilfen reagierendes Pferd besaß, hatte keine Chance. Mit einer 145 gewann Pierre Quellet mit Mate Prise Destava diese Prüfung. Der Kanadier kam mit der drittbesten Wertung aus dem Vorlauf  und konnte sich im Finale nochmals steigern. Die Europameister-Schärpe blieb ihm als Nicht-Europäer allerdings verwehrt. Diese ging an die Zweitplatzierte Anna Limmer (GER) mit Hesa San Joe. Die Americana Trail Siegerin 2002  brachte es auf 143 Punkte und ritt zudem ihr zweites Pferd Circles Poco auf Platz 4 in dieser Prüfung. Dritte wurde die Vorlaufsbeste Julia Moosbrugger mit der vielfach erprobten 11-jährigen Scotch Pepsi (128,5).

 

Die Americana 2008

 

Die Americana des Jahres 2008 hatte gerufen – Corinna und Michael Schumacher sowie weitere mehr als 44.000 Besucher und damit noch mehr als vor zwei Jahren kamen. Wieder war die World Open Championship Western Riding eine gigantische Veranstaltung mit Top-Sport, viel Unterhaltung und zudem mit über 250 Ausstellern die größte Messe ihrer Art.

 

250 Reiter aus 16 Nationen waren mit 400 Pferden in Augsburg dabei. Sie kämpften in 33 Wettbewerben und bei etwa 920 Start um rund 210.000 Dollar Preisgeld (140.000 Euro). Für die Rinder-Wettbewerbe waren zudem etwa 580 Rinder ins Messezentrum Augsburg gekommen. 1.200 Tonnen Sand und Lehm waren allein in die Hauptarena eingebracht worden. Die Americana bot in diesem Jahr zahlreiche Neuigkeiten. Wie etwa das „Country  Music & Dance Festival“ oder das Americana Pokerturnier. Premiere feierte ebenfalls die Miss Americana-Wahl – und Nachwuchs-Cowboys & -Indianer durften sich erstmals auf das neue Pullman City Kinderland freuen.

 

Europas führende Verkaufsmesse für Freizeit- und Westernreiter

 

Neben Top-Sport bot die Americana 2008 Europas führende Verkaufsmesse für den Western- und Freizeitreiter. Auf 20.000 Quadratmetern Fläche in den Hallen 2, 3, 4 und im Freigelände stellten rund 250 Aussteller ein riesiges Warenangebot vor. Bekleidung - vom Stiefel bis zum Stetson, Indianerschmuck, Futtermittel und Pflegeprodukte für Pferde, Stallbau, Zaun- und Führanlagen, Pferdeanhänger und Zugmaschinen. Hier konnte man seinen Ranchurlaub buchen, einen Ausbildungsplatz für sein Pferd finden oder auch ein Pferd kaufen. Immer wichtiger wird das Thema Gesundheit bei den Pferden. Auch hier lagen Bio-Produkte und Futterergänzungsmittel im Trend. Viele Besucher warten mit ihren Einkäufen stets bis zur Americana, weil sie hier die besten Angebote und  Vergleichsmöglichkeiten vorfinden. Ihren Status als touristischer Geheimtipp wollten  die US-Staaten Oklahoma und Kansas mit ihrem ersten Auftritt auf der Americana verbessern. Beide Staaten boten eine Vielfalt an landschaftlichen, kulturellen und historischen Attraktionen. Eine kleine Sensation war ihnen mit der Verpflichtung einer indianischen Tanzgruppe gelungen, die am Messestand stammestypische Tänze und Gesänge vorführte.

 

Aussteller waren sehr zufrieden

Die Besucher der Americana wissen, dass sie hier ein einzigartiges Angebot vorfinden. Viele warten mit ihren Einkäufen, um hier aus dem größten Sortiment Europas auszuwählen. Kein Wunder also, wenn die Firmen gerne nach Augsburg kommen, hier machen viele ihre besten Geschäfte. Auch dieses Jahr: 60 % der Aussteller bewerteten ihre Beteiligung mit „sehr gut“ und „gut“, 31 % mit „befriedigend“,  für 17 % war sie  sogar noch besser als vor zwei Jahren. Auch das wichtige Messenachgeschäft wird von den betrofffenen Unternehmen sehr positiv eingeschätzt: 66 % erwarten ein „sehr gutes“ oder „gutes“ Folgegeschäft, 28 % gehen von einem „befriedigenden“ Ergebnis aus. Von Kaufkraftschwund war bei der Americana 2008 nichts zu spüren, im Gegenteil: Am Samstag brachen die Verbindungen der EC-Cash-Geräte an den Messeständen zu den Kartengesellschaften immer wieder zusammen, angesichts der vielen Käufe war das Netz einfach überlastet. Auch die Region profitierte von der Americana: Rund 30.000 Übernachtungen wurden aufgrund der Veranstaltung gebucht.

„Hier wird Umsatz gemacht!“ – Aussteller zogen positive Bilanz

 

„Sehr zufrieden“ war Jo Eiblmeier von Cayuse. Ebenso sah man das beim Saddleshop Wilk sowie bei den Firmen Gomeier und Loesdau, allesamt führende Vertreter der Branche. Sie alle freuten sich über das gute Messegeschäft. Von Kaufkraftschwund war bei der Americana jedenfalls nichts zu spüren. Auch Tom Winter von Winter Saddlery war dieser Meinung. Der Sattelmacher aus Partenstein nutzte die Americana besonders zur Pflege seiner Kundenkontakte.„Das Umfeld ist ideal, und ich bin sehr, sehr zufrieden. Hier wird wirklich Umsatz gemacht! Interessant ist, dass nicht nur die Profis wie Oliver Stein oder Morey Fisk sich für handgemachte Sättel interessieren, sondern auch viele anspruchsvolle Freizeitreiter.“

 

MD Barns und Buffalo Ranch präsentierten sich erstmals in Europa

 

Unter den 250 Ausstellern der Americana 2008 waren auch zwei ganz große Namen aus den USA zu finden, die sich beide zum ersten Mal überhaupt in Europa präsentierten: MD Barns und die Buffalo Ranch. MD Barns ist einer der führenden amerikanischen Hersteller von Stallanlagen, die Buffalo Ranch einer der ganz großen Namen im Cutting-Pferde-Geschäft. Dort stehen u.a. die berühmten Hengste TR Dual Rey und Hydrive Cat.

„Nachdem immer mehr Anfragen aus Europa über das Internet bei uns ankamen, haben wir uns entschlossen, einmal persönlich diesen Markt kennen zu lernen“, so MD National Sales Manager  Terry L. Deaton. „Wir haben uns umgehört, was die beste Veranstaltung dafür wäre, und bekamen überall Americana zu hören. Ich bin selbst mit Al Dunning, Carol Rose und Dan Wall gut bekannt, und alle stimmten darüber ein: das ist die beste Veranstaltung Europas für diesen Zweck. Und ich muss sagen, sie hatten mehr als recht. Wir hatten bereits sehr gute Kundenkontakte. Ich denke, wir werden auch das nächste Mal wieder dabei sein.“

Auch Shane Plummer, Präsident der Buffalo Ranch, ist von der Americana begeistert: „Da wir uns den europäischen Markt erschließen wollen, haben wir nach der optimalen Veranstaltung für Kundenkontakte gesucht, und ich muss sagen, jetzt wo ich hier bin, bin ich noch viel beeindruckter als zuvor. Die ersten Tage waren sehr, sehr gut. Es hat sich wirklich gelohnt, hierher zu kommen.“

 

Großer Medienandrang / Tier-TV drehte für eigene Westernreit-Serie

 

Schon zur Pressekonferenz am Vortag der Americana war der Medienandrang groß. Bei der Pressekonferenz gaben neben den Vertretern der AFAG auch Sylvia Rzepka, Rudi Kronsteiner, Anna Limmer, Ute Holm und Dr. Kerstin Grosse (Besitzerin von Hot Smoking Chex) den Journalisten kompetent Auskunft in Sachen Westernreiten.  

 

Das Interesse der Journalisten blieb über alle Tage konstant. Über 80 Medienvertreter hatten sich für die Veranstaltung akkreditiert. Einen großen Americana-Part drehte der Sender Tier TV – hier wurde der Americana eine eigene Sendung gewidmet.

 

Enormes Medieninteresse aus den USA

 

Welchen Stellenwert die Americana besitzt, zeigte allein schon die Tatsache, dass drei der  wichtigsten Fachmagazine der USA über das Event berichten: die Quarter Horse News, das AQHA Journal und der NRHA Reiner. Das AQHA Journal hatte in seiner letzten Ausgabe bereits einen 2-seitigen Vorbericht. Alles andere als normal für die Aufmerksamkeit in den USA für europäische Veranstaltungen. Groß auch das Interesse bei all denen, die nicht zur Americana kommen konnten: Allein im Live-Stream der Show verfolgten über 17.500 Menschen die Leistungen der Sportler.

 

Staatsminister Joachim Herrmann bei der offiziellen Eröffnung:

„Americana – das ist die Champions League der Westernreiter“

 

„Diese Veranstaltung kann mit Recht als `Mekka des Westernreitens` bezeichnet  werden. Diese Bezeichnung beschreibt kurz und prägnant den sportlichen Stellenwert der Veranstaltung. Die Americana ist die Champions League der Westernreiter“, erklärte Bayerns Staatsminister Joachim Herrmann zur offiziellen Eröffnung der Americana. Allen Teilnehmern und Besuchern wünschte er, das typische Lebensgefühl der Westernkultur zu erleben, „das Herz und Sinne gefangen nimmt“. „Die Americana ist ein echter Besuchsmagnet. Die große Zahl der Aussteller und das beeindruckende Angebot rund ums Pferd belegen, dass diese Show die Verkaufsmesse Nummer Eins im Westernreitsport ist. Ich kann allen nur empfehlen: Besuchen Sie die Americana, denn die Aura des Pferdesports und die gemeinsame Begeisterung für die Westernkultur kann man nur vor Ort hautnah erleben.“ Der Staatsminister übrigens erlebte Westernreiten nach dem offiziellen Teil auch hautnah. Denn zu seiner Überraschung stand ein Pferd für ihn parat: Anna Limmer hatte Hesa San Jo gesattelt – und prompt drehte der Politiker seine ersten Runden im Westernsattel vor den Toren des Red Grizzly Saloon.

 

„Glanzvolle Gesamt-Inszenierung“

 

Daran hatten auch die anderen Teilnehmer der offiziellen Eröffnung sichtlichen Spaß. Wie etwa Heiko und Hermann Könicke, Geschäftsführende Gesellschafter der AFAG Messen und Ausstellungen GmbH. Sie bestätigten den Staatsminister in seiner Einschätzung: „Es gibt viele Westernreitveranstaltungen, aber nur eine Americana. Hier in Augsburg gibt es einfach fantastische Bedingungen, die amerikanische Lebensart in einer ganz besonders familiären Atmosphäre zu erleben. Wir dürfen sicherlich von einer glanzvollen Gesamt-Inszenierung sprechen.“

 

Oberbürgermeister: „Augsburg ist stolz auf die Americana“

 

Das bestätigte auch Augsburgs Oberbürgermeister Dr. Kurt Gribl: „Augsburg ist in diesen Tagen zum zehnten Mal in Folge das Zentrum des europäischen Westernreitens. Und vor allem kann ich sagen, die Americana gehört mittlerweile ein gutes Stück zu Augsburg. Wir in der Region freuen uns immer sehr auf diese Veranstaltung – und wenn dann die Stadt mit den ganzen Plakaten geschmückt ist und plötzlich mit den amerikanischen Wagen ganz viele andere Fahrzeuge im Stadtverkehr auftauchen – dann wissen wir alle: es ist endlich wieder soweit. Kurzum sage ich: Die Stadt Augsburg ist stolz auf diese einzigartige Veranstaltung mit ihrem großartigen Erlebnischarakter!“

 

Amerikanischer Lifestyle

 

Auch Isabella Cascarano, Konsulin für Handelsangelegenheiten der Vereinigten Staaten von Amerika, schwärmte: „Diese Americana 2008 ist die bisher größte und spektakulärste seit der Gründung. Sie vermittelt wie kaum eine andere Veranstaltung den größten Exportschlager der USA: den amerikanischen Lifestyle. Und macht dadurch natürlich auch Appetit auf einen Besuch bei uns. Das stützt natürlich zudem die ohnehin sehr großen wirtschaftlichen Verbindungen zwischen den USA und Deutschland.“

 

Corinna und Michael Schumacher auf der Americana

 

Prominenter Besuch auf der Americana: Auch Corinna und Michael Schumacher ließen sich das „Mekka des Westernreitens“ nicht entgehen. Gemeinsam schlenderten sie durch die große Messe und informierten sich über zahlreiche Angebote. Corinna Schumacher ist selbst begeisterte Westernreiterin.

 

„Americana ist nur mit Quarter Horse Congress vergleichbar“

 

„Das ist jetzt die dritte Americana für mich“, so Richter Ronald Sharpe. „Und jedes Mal sehe ich einen neuen Quantensprung, was die Qualität anbelangt. Eine wirklich tolle Veranstaltung. Ich habe schon viele Turniere in Europa gerichtet, aber dieses Event ist mit keinem anderen vergleichbar – außer mit dem Quarter Horse Congress in den USA. Die Americana ist auch in den USA sehr bekannt.“

Besonders beeindruckt war sein Richterkollege John Tuckey von der Open Bronze Trophy. „Diese Trophy hätte jederzeit auch in den USA sein können. Hervorragende Pferde und Top Reiter! Vor allem fasziniert mich das Konzept dieser Veranstaltung – die Mischung aus Spitzensport und Show, und dieses perfekt organisiert.“

 

Scott Ferguson: „Will auf jeden Fall wiederkommen!“

Einer der prominentesten Teilnehmer der Americana war Scott Ferguson. Der texanische Trainer hat schon über 800.000 Dollar in der Cutting-Arena gewonnen. Es ist sein erster Aufenthalt in Europa - kein Wunder, dass er bei der Americana aus dem Staunen nicht mehr herauskam.  „Ich kann es einfach nicht fassen, wie viele Zuschauer hier sind! So was kenne ich nicht mal von den meisten unserer Shows. Einfach unglaublich. Und dann so viele Disziplinen nebeneinander... Eins ist sicher: wenn’s irgend geht, will ich auf der nächsten Americana wieder dabei sein.“

 

Italienisches Fachmagazin: „Super Organisation, unglaublicher Sport“

Auch Cristina Morelli, Chefredakteurin des italienischen Fachmagazins „Cowboy`s Magazine“ zeigte sich begeistert: „Das war eines der tollsten Events, das wir je gesehen haben. Super Service, super Organisation, unglaublicher Sport“, lobt sie.

 

Sportliche Leitung sehr zufrieden

 

Hochzufrieden zeigte sich auch die Sportliche Leitung: „Mister Americana“ Horst Geier und Show-Manager Joachim Bochmann meinten: „Die Americana bot nicht nur Top-Sport, sondern war auch einmal mehr eine Drehscheibe für die Westernreitszene. Alle waren da – 17 Verbände, Züchter, Pferdebesitzer, Aussteller und natürlich die Reiter. Es wurden neue Kontakte und Freundschaften geknüpft, alte Verbindungen wieder aufgefrischt.“

 

Neuer Practice-Pen für Cutter wurde extrem gut angenommen

 

Zwei Maßnahmen, die beispielhaft die Teilnehmerfreundlichkeit des Veranstalters bewiesen: „Zum einen sorgte der entzerrte Zeitplan für kurze Warteschlangen an der Meldestelle. Wir hatten es dieses Jahr wieder so gelegt, dass schwerpunktmäßig erst die Cutter, dann die Cow Horse-Rider und schließlich die Reiner dran waren. Entsprechend auf die ersten Tage verteilt trafen die Teilnehmer ein und konnten wesentlich entspannter begrüßt werden“, so Geier und Bochmann.

 

Zum anderen wurde die neu geschaffene Möglichkeit zum Practice Pen in der Hauptarena von den Cuttern sehr begrüßt: Zwar zu „harten“ Zeiten morgens stets etwa zwischen 3 und 7 Uhr, nahmen die Reiter dieses Angebot, unter Showbedingungen zu trainieren, begeistert an. Über 260 Ritte absolvierten die Cutter auf diese Art zu Übungszwecken.

 

„Wir haben uns sehr über das Lob gefreut“

Nicht zuletzt wusste sich die Sportliche Leitung zu bedanken. Horst Geier und Joachim Bochmann: „Zum einen sagen wir Danke an alle Reiter, hier zur Americana gekommen zu sein. Wir haben uns sehr über das Lob vieler Teilnehmer gefreut und waren natürlich auch sehr glücklich, neben der europäischen Creme der Sportler auch Top-Cracks aus Übersee sowie wichtige Unternehmer aus den USA zu Gast gehabt zu haben.

 

Danke an alle Helfer: „Americana-Familie“ zieht an einem Strang

 

Ein enormes Dankeschön gilt aber auch unseren Helfern: Das ist wie eine große Familie. Es gibt von Americana zu Americana kaum personelle Änderungen. Das bringt Kontinuität, ist aber auch ein Zeichen für die Stimmung und den Zusammenhalt. Das Americana-Team funktioniert mit dieser Erfahrung im Rücken wie ein Wirtschaftsunternehmen: Viele einzelne Helfer-Teams arbeiten sehr autark ihr Aufgaben ab wie etwa Parcoursdienst, Stallwache, Meldestelle, Rinder und vieles mehr – denken aber gleichzeitig immer an das Gesamtziel, nämlich eine so perfekte Gesamt-Americana wie nur möglich zu schaffen. Danke an alle!“

 

Viel Andrang auf der Stallion Avenue

 

Züchtern präsentierte die Americana ein in Europa einzigartiges Angebot. In der „Stallion Alley“ in Halle 2 konnten Top-Hengste – die Creme de la Creme an Quarter Horses, Paints oder Appaloosas – begutachtet werden.

 

Großes Interesse für Decksprungversteigerung

 

Großes Interesse gab es auch an der Decksprungversteigerung. Zwölf Hengste wurden zudem auf der Americana von ihren Trainern bzw. Besitzern innerhalb der Abendshows vorgestellt. Gebote konnten per Fax, persönlich oder schriftlich am Infostand in Halle 2 abgegeben werden. „Das Interesse war sehr groß“, so Anne Schmidt, Mit-Organisatorin der Versteigerung, die erstmals auf der Americana 2006 durchgeführt wurde. „Die Leute freuten sich, ihre Wunsch-Hengste live zu sehen und das in einem so tollen Umfeld.“

Diese Hengste waren dabei: ARC Genuine Oak, Shotgunner, I Cee Diamonds, Reds Gonna Rein, Puro Chic, Heza Sure Whiz, Hot Smokin Chex, Doctor Zip Nic, Coeur D Wright Stuff, ARC Surprise Sketch, Boggies Blue Jac, Jacs Ready To Slide, Gunslider, Shiners Vintage, Dream Cowboys, Peek A Boom, Footworks Finest, Cat Prints.

 

Höchstgebote für Footworks Finest und Hot Smokin Chex

 

Die Decksprungversteigerung war ein voller Erfolg. Alle Sprünge wurde versteigert – zu einem Durchschnittsgebot von knapp 1.000 Euro. Das Höchstgebot von 1.600 Euro erhielt ein Decksprung von Footwork Finest, 1.500 Euro wurden für einen Decksprung von Hot Smokin Chex gezahlt.

 

Reiter aus 16 Nationen kämpften um knapp 210.000 Dollar Preisgeld

 

Bei der Americana traten Topstars des Westernreitens aus der ganzen Welt an. Am Start waren 250 Teilnehmer aus 16 Nationen mit rund 400 Pferden. Diese Nationen waren vertreten: Schweden, Dänemark, Polen, Niederlande, Belgien, Frankreich, Schweiz, Österreich, Italien, Israel, Tschechien, Slowakei, USA, Kanada, Mexiko und Deutschland. Richter der Americana 2008 waren Christine Auch, Ronald Sharp und John Tuckey.

 

Insgesamt standen 33 verschiedene sportliche Entscheidungen an, exakt 139.635,59 Euro bzw. genau 209.453,39 Dollar Preisgeld wurde ausgeschüttet. Besondere Spannung versprach wieder die  NRHA Bronze Trophy Open. Allein in dieser Prüfung waren 30.000 Euro added ausgeschrieben.

 

„Sieg auf der Americana ist etwas Hyper-Besonderes“

 

Bronze Trophy Reining geht an den Belgier Bernard Fonck

 

Der Belgier Bernard Fonck gewann die mit knapp 35.500 Euro dotierte NRHA Bronze Trophy Reining. Der WM-Teilnehmer siegte mit überragenden 228 Punkten. „Mein Pferd BA Reckless Chick hat alles gegeben – ich bin mächtig stolz“, so der 35-jährige. Er verwies den Italiener Uli Kofler, der Hot Smokin Chex vorstellte, auf den zweiten Platz. Bernard Fonck strich noch einen weiteren Sieg ein: Er gewann auch die Reining Futurity der Americana.

 

Dramatisch gestaltete sich auch die Entscheidung in der Reined Cow Horse Futurity. Das ist das Nachwuchschampionat für „Rinderpferde“ und wird über drei Disziplinen ausgetragen. Diese Prüfung gewann gegen neun italienische Konkurrenten im Finale der Deutsche Philipp Martin Haug auf A Smarty Plants.

                      

Vierter Americana-Sieg in Folge für Gianluca Munarini im Cutting

 

Neuer Europameister im Cutting Open wurde Gianluca Munarini, der Starlight Elan vorstellte. Der Italiener gewann damit diese Americana-Prüfung bereits zum vierten Mal in Folge! Auf den zweiten Platz kam der in Texas lebende Uwe Röschmann, der Ricochet Pep erfolgreich vorstellte. Cutting-Experte Jürgen Döring, selbst frischgebackener Europameister Non-Pro, meinte zur Bedeutung eines Erfolges in Augsburg: „Auf der Americana zu gewinnen, ist was ‚Hyper-Besonderes’ – hier trifft man auf die wirklich großen Gegner.“

 

Muss für Fans: Americana-Abendshows     

 

Die absoluten Highlights der Americana wurden in drei Abendshows angeboten, „garniert“ mit spektakulären Showeinlagen. Den Auftakt bildete die Gala „Run of the Stars – Reining at it’s best“ mit dem Reining-Finale der NRHA Bronze Trophy Open Reining. Tags darauf stand das „Cow Horse Festival“ auf dem Programm, verbunden mit dem Finale der European Reined Cow Horse Futurity. Als letzte Abendshow zeigte die „Cutting Spectacular“ als Höhepunkt die Entscheidung im „ECHA European Cutting Championship Open“.

 

„King Kong“ Grischa Ludwig

 

Moderator Joachim Bochmann band mit dem „Mythos Cowboy“ einen roten Faden um die Galashows. Seine zentrale Botschaft war ein Zitat von Robert Shufelt: „Es ist das Privileg des Cowboys, auf einem guten Pferd zu sitzen und auf den Hinterteil eines Rindes hinabschauen zu dürfen.“ Unter diesem Motto erlebten die Besucher Spitzensport, aber auch rasante und unterhaltsame Showeinlagen. Wie etwa Country-Sängerin Jodie Broich, eine Pat Parelli-Show, die Showtruppe von Pullman City mit einer Pyramide auf drei Kutschen oder aber People-Cutting von Jörg Pasternak. Lasso-Kunst, Rasse- und Hengstpräsentationen, Barrel Race und Pole Bending wie auch Voltigier-Fertigkeiten wurden gezeigt. Auch die rasanten Thunderguys fehlten nicht mit ihren Stunts.

 

Groß war der Spaß bei der Freestyle-Reining mit Markus Häberlin, Ricky Bordignon und „King Kong“ Grischa Ludwig. Ein anderer Höhepunkt war die Motorrad-Kunst von Tony Rossberger, der etwa weit hinaus über Autos sprang. Eine große Gaudi war auch das Sponsor-Race: Wann hat man schon zuvor versierte Westernreiter auf dem Kutschenbock gesehen, um wichtige Sponsoren der Americana schnellstmöglich durch einen Parcours zu fahren? Drei bekannte Größen machten den Spaß mit: Ute Holm für das Old-Sorrel-Team, Grischa Ludwig im Haflinger-Zweispänner für Western Outwear und der als Sieger aus dieser Prüfung hervorgehende Ricky Bordignon für Stars and Stripes.

 

Highlight für Country-Fans: Country Music & Dance Festival

 

Alle Country-Fans unter den Besuchern freuten sich über das erstmals angebotene „Country Music & Dance Festival“. Das Country Music & Dance Festival in Halle 7 bot neben neben der Bühne für die Live-Auftritte der Bands auch eine genügend große Tanzfläche. Organisiert wurde das Dance Festival vom Bundesverband für Country & Western Tanz (BfCW).


Mit Yvonne Zielonka-Hlousek war auch eine mehrfache Welt- und Europameisterin im Country- und Western-Tanz mit dabei. Sie leitete zudem einen eigenen Tanz-Workshop.
Yvonne Zielonka-Hlousek fing 1997 mit dem Country & Western Tanzen an. Sie nahm an vielen nationalen und internationalen Turnieren teil. Bis zu ihrem heutigen Superstar Level haben ihr viele bekannte Linedance und Couple Teacher geholfen, wie z. B. Rex Jones (USA), bei dem sie 12 Wochen Unterricht nahm, Lisa & Gary McEntire, Jörg Hammer und vielen mehr. Sie unterrichtet regelmäßig im Raum Kreis Bergstrasse und in der Pfalz und fördert dabei vor allem junge Talente. Besonders stolz ist sie auf ihre zahlreichen Privatschüler und ihre Team Choreographien. Zu ihrem größten Erfolgen gehören:  Europameisterin: 1998, 2000, 2001, 2003, 2004, Weltmeisterin: 2003, 2004

Für viel Anspruch sorgten auch Manuela DeGuire, Präsidentin des BfCW, Heidi Hlousek und Jochen Zimmermann – alles erstklassige Country- und Western Tänzer-/innen.

 

Workshop-Tänze

 

Das waren einige der Tänze, die einstudiert wurden:  Kid Rock Alabama, Kick'n'Swing, Dog & Bone, Nimby, High Time, Winner at a Game, Give it Back To Me, Back to Country, I Kissed A Girl, Four Minutes Kick, Never Be Alone, Urban Living, One Two Step, Big Love, Drinkin' Bone, Boogie, Love Trick, Walk Of Life, Good, Time, Bud Wiser, The Grass Between my Toes.

            

Im Workshop gelernt, anschließend sofort probiert: Das Country Music & Dance Festival in Halle 7 bot auch die Gelegenheit um die neu erlernten Tänze sofort im Anschluss auszuprobieren.

 

Premiere für Americana-Pokerturnier

 

Pokern ist populär wie nie zuvor - jetzt wurde auch auf der Americana gepokert. Messebesucher hatten während der Americana die Möglichkeit, sich für das Finale am letzten Veranstaltungstag zu qualifizieren. Hauptpreis war eine Flugreise nach Las Vegas mit Teilnahme an zwei Turnieren der legendären „World Series of Poker“ für zwei Personen. Insgesamt 500 Spieler zockten in Augsburg um die besten Karten.

 

Julia Carolin Heiß ist die erste „Miss Americana“

 

Erstmals gab es eine Wahl zur „Miss Americana“. Klar war, dass hier nicht nur das Aussehen eine Rolle spielte, sondern auch das Können im Westernsattel. Kriterien für die Jury waren diese Punkte: Äußeres Erscheinungsbild, kommunikative Fertigkeiten und eine freundliche Wesensart. Auch ein Fragebogen zum Allgemeinwissen und zum Westernreiten speziell musste korrekt ausgefüllt werden. Nicht zuletzt wurden auch reiterliche Fertigkeiten abverlangt. Die Jury bestand aus Anne Schmidt (Stallion Avenue), Jörg Pasternak (Profi-Reiter), Winfried Forster, (AFAG), Axel Kook (Americana), Robert Kastrowi (Stars and Stripes) und Uwe Kleng (Western Outdoor Wear).

 

Nach zwei Vorentscheidungen  am 2. August in der Pullman City im Harz und am 9. August in Eging fiel am Veranstaltungsfreitag am Stand von „Western Outdoor Wear“ die Entscheidung. Der Hauptpreis für die Siegerin war eine 8-tägige Flugreise im Dezember zu den „World Reining Shows“ (Futurity) nach Oklahoma City, USA. Zudem gab es ein Fotoshooting für den nächsten Katalog von Western Outdoor Wear zu gewinnen.

 

Elf von über 60 Kandidatinnen hatten es bis nach Augsburg zum Finale geschafft: Ines Boos, Anika Hahne, Julia Carolin Heiß, Michelle Schach, Petra Kohontova, Tamara Bauer, Katharina Hippe, Lorena Rath, Nathalie Meier, Ramona Scharz und Tanja Kutzera. Beim Finale musste sich jede Kandidatin vorstellen und begründen, warum sie gerne Miss Americana werden wollten. Zweitens mussten sie eine Moderation für eine Abendshow vortragen. Danach zeigten sich die jungen Damen in der Modenshow mit aktueller Westernreitmode.

 

Und dann fiel die Entscheidung: Die erste „Miss Americana“ wurde Julia Carolin Heiß. Sie wird die Americana in den nächsten zwei Jahren bei verschiedenen Anlässen repräsentieren. Die 22-jährige Medizinstudentin kommt aus Kassel. Mit elf Jahren bekam sie ihr erstes eigenes Pony. Der Umstieg auf den Westernreitsport erfolgte, als auch ihre Eltern mit dem Westernreiten begannen. Zu den Erfolgen von Julia Heiß zählen u.a. bei der DQHA der Hessenmeister-Titel 1999 in Youth 14 and under (Western Pleasure, Horsemanship, Showmanship und Reining) und der Deutsche Meister-Titel 1999 in Showmanship at Halter Youth 14 and under. Sie war Deutscher Vizemeister mit der Jugendmannschaft, gewann die Hessentrophy 1999 in Pleasure und Horsemanship und war in 2001 Deutscher Meister in Horsemanship und Reserve Champion in Hunt Seat Equitation. Die war DQHA-Member of the German team of the 2002 AQHA Youth World Cup. Ihr erfolgreiches Pferd heißt Pferd Co Bo Socks.

 

Auch der zweite und der dritte Platz der Miss-Wahl wurde bekanntgegeben. Zweite der Wahl und unter anderem mit einem Fotoshooting von Stars and Stripes belohnt wurde Michelle Schach. Die Jury entschied sich für Lorena Rath als Drittplatzierte.

 

Von den Besten lernen: Tipps & Tricks der Stars im Western Forum (Halle 4)

 

Tipps & Tricks von den Besten: Im Americana Western Forum zeigten Top-Reiter wie etwa Ute Holm, Sylvia Rzepka, Madeleine Häberlin, Grischa Ludwig, Volker Schmitt oder Markus Schöpfer, wie man Cutting-, Reining- und Pleasure-Pferde richtig ausbildet. Auch alternative Trainingsmethoden wurden im gut 250 m² grossen Vorführring demonstriert, ebenso nutzten Verbände und Vereine das Forum.

 

Westerntown und Red Grizzly Saloon

 

Längst kein Geheimtipp mehr: der „Red Grizzly Saloon“. Durch die typischen Schwingtüren betrat man sozusagen den „Wilden Westen“. Für Stammgäste ist es längst schon liebgewordene Tradition, dort ihren Americana-Besuch ausklingen zu lassen. Für beste Stimmung sorgten Country-Bands, die hier bis spät in die Nacht aufspielten. Die Western Town rund um den Saloon bot zudem echte Westernatmosphäre, die zum Verweilen einlud.

 

Neu: Pullman City Kinderland - der Superspass für Kinder

 

Indianertänze, Goldwaschen & Lassowerfen und vieles mehr: Im neuen Pullman City Kinderland waren die Nachwuchs-Cowboys & -Indianer bestens aufgehoben. Hier konnten sie wie die echten Goldwäscher (Katzen)Gold entdecken  - dafür gab es dann auch eine richtige Urkunde! - oder sie fertigten ihren eigenen Federschmuck. Sie konnten sich auch als Indianer schminken lassen oder ihre Geschicklichkeit im Umgang mit dem Lasso unter Beweis stellen. Auch für die Unterhaltung der Eltern war gesorgt: Von der Pullman City Bar aus hatte man übrigens das Treiben des Nachwuchses immer im Blick!

 

Messe-News

 

Wie immer war das Angebot Europas größter Westernreitmesse immens. Auch einige Neuigkeiten wurden geboten. Wie etwa die Abschwitzdecken von SweatTec. Der Clou dieser Decken ist die Fertigung nach Maß. Je nach Vorliebe und aktuellem Modetrend kann sich der Kunde im Onlineshop dieser Firma ein Modell farblich zusammenstellen und direkt bestellen. Zur Auswahl stehen derzeit 20 verschiedene Farben für Rücken- und Halsteil sowie Bordürenmuster. Auch besteht die Möglichkeit, Text applizieren zu lassen.  Über solche Abschwitzdecken konnten sich auch zwei erfolgreiche Reiter freuen – SweatTec stattete den Champion der Masters Pleasure wie auch den Vizechampion der EM-Pleasure damit aus.

 

Eine kreative Idee bot auch „Handtaschen Drive In“: Diese Firma macht aus amerikanischen Nummernschildern oder anderen Blechschildern Handtaschen für die Dame.

 

Neu ist das Angebot von Medilogic. Der Osteopath und Software-Spezialist Michael Schmid entwickelte eine dynamische Druckmessung unter dem Pferdesattel. Die flexible Sattelmatte ermöglich die Erfassung der Druckverteilung auf dem Pferderücken. Das komplexe Zusammenspiel der Kraftwirkungen zwischen Pferd, Sattel und Reiter wird in der relevanten Bewegungssituation oder im Stand gemessen und später in einer Analyse-Software ausgewertet. So ist eine ideale Sattelanpassung möglich. Die neue Sattelmatte kann auch im Unterricht zur Sitzkorrektur des Reiters verwendet werden.

 

Die Firma Amplimed stellte den „Trocken-Max“ in neuen Farben vor. Der Pferdefön kann nun auch ganz nach Belieben des Kunden farblich gestaltet werden. Übrigens: Es gibt jetzt auch schwarze Sättel und Zügel mit Glitzerapplikationen für den Westernreiter.

 

Grill-Kohle mit „Jackie“-Aroma

 

Ein ausgefallenes Angebot war auch die Grill-Brickets mit Jack-Daniels-Aroma. Die Grill-Kohle sind aus Whiskey-Fässern geschreddert und verbreiten so das entsprechende Aroma. Die Firma American Heritage bot die dazu passenden original Soßen aus der USA an.

 

NR 20 NRHA Bronze Trophy Open

 

30.000 Euro added Preisgeld waren im Topf. Und ganz viel Bedeutung mehr. Der Sieg bei der Americana und zudem wichtige Weichenstellungen für die diesjährige Weltrangliste der NRHA. Das alles und noch viel mehr – das ist die Faszination der NRHA Bronze Trophy Open bei der Americana. Über 50 Top-Reiner aus Europa, den USA und Kanada hatten gemeldet, darunter auch Oliver Stein, der wenig später mit der deutschen Nationalmannschaft auf der Reiningweltmeisterschaft in Manerbio (Italien) starten würde. Aus der kanadischen WM-Mannschaft waren Patrice St-Onge und Gregg Lauder dabei, vom belgischen Team Bernard Fonck. Der Belgier hatte mit The Rumble bee und BA Reckless Chick zwei Pferde genannt, .

 

Baut Rudi Kronsteiner die Führung in der Weltrangliste aus?

 

Mit großer Spannung wurde der Auftritt eines Hengstes erwartet, der in dieser Saison schon für viel Aufsehen gesorgt hatte: Star Spangled Whiz. Er ist eines der drei Pferde, die Rudi Kronsteiner für die Lawson Bronze Trophy Open  gemeldet hatte. Mit diesem Hengst im Besitz des Italieners Fabrizio Bevilacqua gewann Kronsteiner das italienische Derby und stellte einen neuen außeramerikanischen Score-Rekord auf: 236. Viele weitere Siege folgten. Zum Zeitpunkt der Americana führten die beiden mit knapp 30.000 Dollar die NRHA Weltrangliste Open an. Zu seinen starken Konkurrenten zählte u.a. auch der Hengst Hot Smoking Chex mit Uli Kofler im Sattel. Die beiden gewannen die NRHA European Affiliate Championship. Hot Smokin Chex, der insgesamt ca. 150.000 Dollar Gewinnsumme hat, ist im Besitz des Curtis Hofs in Hartmannsdorf (Sachsen).  Er war übrigens auch einer der Tophengste, die hier in der Americana Stallion Alley zu sehen waren.

 

Würde eine 225 die Marke für den Sieg werden?

 

Rudi Kronsteiner, auch NRHA-Weltrangenlisten-Bester der Jahre 2005 und 2007, musste angesichts seiner aktuellen Spitzenposition in der Weltrangliste als der zu schlagende Favorit für die Bronze Trophy angesehen werden. Während der Americana-Pressekonferenz nahm er diese Rolle an, wenngleich er natürlich auch betonte, wie schwer es werden würde. Er selbst schätzte, dass es im Finale in Augsburg wohl um Scores im Bereich von 225 gehen müsste, um den Sieg zu erringen. Als ärgste Konkurrenten schätzte er unter anderem Uli Kofler mit Hot Smokin Chex, Bernard Fonck, Nico Hörmann auf Chic Dual, aber auch den Newcomer dieses Jahres, den Niederländer Michel Sandyck – speziell mit Diamond Cat Fifty – ein. „Aber auch alle anderen Reiter können hier gewinnen, das gesamte Starterfeld vertritt eine außergewöhnliche Klasse“, so Kronsteiner.

 

Eine Erfolgsgeschichte: Kerstin Grosse und Hot Smokin Chex

 

Einer dieser Gegner: Hot Smokin Chex und Uli Kofler – ein in der Reining-Szene mehr als bekanntes Paar. Dahinter steht Kerstin Grosse, zusammen mit ihrem Mann Betreiber des Curtis-Hof in Hartmannsdorf/Sachsen. „Wir haben uns vor geraumer Zeit entschieden, die Pferde bei uns selbst zu halten. Dann aber wollte ich noch viel mehr zum Umgang mit Pferden leben“, so Kerstin Grosse. Die Entscheidung fiel auf Martin Kreuzer, der seine Horsemanship Academy auch auf der Americana vorstellte. Dann fiel als nächster Schritt die Entscheidung, sich auch einen eigenen Quarter-Hengst anzuschaffen. „Und wenn, dann wollten wir einen richtig Guten.“ Kerstin Grosse bat Martin Kreuzer und Jean-Claude Dysli, sich nach einem entsprechenden Pferd in den USA umzusehen.

 

Ende 2006 war es soweit. „Eigentlich war noch gar nicht offiziell, dass Hot Smokin Chex zum Verkauf stand. Umso schneller haben wir zugeschlagen. Innerhalb von zwei Tagen war alles klar.“ Das war Januar 2007, und Mitte 2007 war der Hengst dann in Deutschland. So ist dieses Jahr das erste, in dem er hier promoted werden kann. „Wir haben uns dann wiederum entschieden, dass Pferd in der Regel bei Martin Kreuzer zu halten – und haben uns zudem entschieden, ihn zu Uli Kofler ins Training zu geben. In dieser Zeit steht er dann auch bei ihm im Raum München. Ich bin sehr froh über diesen Entschluss, denn er erreicht seine Erfolge auf eine sehr pferdegerechte und nachhaltige Weise.“

 

Das lässt sich in Erfolgen belegen: Uli Kofler führte den siebenjährigen Hot Smokin Chex, 2004 auch Dritter der NRHA Futurity Open, bei der Körung zur Traumnote von 8,4 und erreichte bei Turnieren immer vorderste Plätze. „Ein Pferd kann nicht jedes Mal gewinnen, aber diese Konstanz ist schon beeindruckend und deutet auf Qualität hin“, so Kerstin Grosse. Unter anderem wurde Hot Smokin Chex dieses Jahr in Borkeberga/Schweden NRHA European Champion.

 

Danach war er mit Stand vom 17. August 2008 Zweiter der Weltrangliste, dem Papier nach also der große Widersacher für Uli Kofler in der NRHA Bronze Trophy bei der Americana. „Das haben wir aber nicht weiter verfolgt und ihn nicht weiter geshowt, wir haben uns ganz auf die Americana konzentriert.“ Und deswegen auch eine andere schwere Entscheidung getroffen: Uli Kofler hätte mit Hot Smokin Chex auch für Italien bei der Weltmeisterschaft starten dürfen. „Doch für uns und unsere Ziele war die Americana wichtiger, deswegen haben wir auch darauf verzichtet. Wer weiß, vielleicht haben wir ja später noch einmal die Chance, bei der WM dabei zu sein“, so Kerstin Grosse.

 

Vorlauf

Rudi Kronsteiner reitet Spat King Delmaso mit einer 224 an die Spitze im Go

Die NRHA Bronze Trophy Open ist traditionell eine der bekanntesten und wichtigsten Prüfungen der Americana. Die mit 30.000 Euro added dotierte Open spielt eine bedeutende Rolle auf dem Weg zum jeweiligen NRHA World Champion. 33 hochkarätige  Pferd-Reiter-Kombinationen gingen in den Vorlauf, 17 schafften es ins Finale – wofür mindestens ein Score von 217 nötig war. Dies entsprach auch in etwa dem Niveau der beiden Americanas davor.

Und diese Prüfung versprach einmal mehr große Spannung. Unter anderem trafen drei Pferd-Reiter-Kombinationen aufeinander, die um den NRHA World Champion Titel in der Open reiten: Rudi Kronsteiner mit Star Spangled Whiz, Bernard Fonck mit The Rumble Bee und Uli Kofler mit Hot Smokin Chex.

Doch zunächst einmal zurück zum Vorlauf, für den die Pattern 8 zu reiten war. Den gewann der Österreicher Rudi Kronsteiner auf Spat King Delmaso (Bes. Tatjana Steinbeisser, GER) mit drei Punkten Vorsprung vor dem Zweitplatzierten. Zudem brachte er den NRHA World Champion 2007, Chic N Roost (Bes. Priscilla Jacquard, FRA), mit einer 220 auf Platz  7 und Star Spangled Whiz (Bes. Fabrizio Bevilacqua, ITA) mit einer 218,5 auf Platz 13 des Vorlaufs. Damit entsprach er fast exakt seinen eigenen Vorhersagen, die er gestern bei der Pressekonferenz auf Anfrage der Medienvertretern äußerte.

Bei seinem Vorlaufs-Siegesritt musste Rudi Kronsteiner auf Spat King Delmaso sogar noch einen halben Penalty in den Spins nach rechts hinnehmen. Also hatte der Ritt sogar das Potenzial für eine 225,5. Und auch in den Zirkeln, speziell nach links, war noch Potenzial für mehr.

 

Uli Kofler, Bernard Fonck und Grischa Ludwig punktgleich auf Platz 2

 

Mit einer 221 belegten drei Reiner den zweiten Platz des Vorlaufs: Ulrich Kofler mit NRHA European Affiliate Champion Hot Smokin Chex (Bes. Curtis Hof), Bernard Fonck mit Bareckless Chick (Bes. Nicky Nietveld Van Tende, BEL) und Grischa Ludwig auf The Great Guntini (Bes. Greenway Stable, NED). Bernard Fonck und Grischa Ludwig haben beide zwei Pferde im Finale. Fonck konnte The Rumble Bee (Bes. Willy Geenen, BEL) auf Platz 7 reiten (220), Ludwig brachte Hollywood Yankee Kid (Bes. Heike Nixdorf) mit einer 219,5 auf Platz 10.

Ebenfalls zwei Pferde steuerte Volker Schmitt ins Finale. Der amtierende Deutsche Meister ritt Jacs Ready to Slide mit einer 220,5 auf den fünften Platz des Vorlaufs. Mit diesem Hengst im Besitz von Thomas Ehrenreich gewann er letztes Jahr das NRHA Breeders Derby mit Rekordscore. Außerdem brachte er Dun It For You (Bes. Irmgard Brendgens) mit einer 218 auf Platz 14 im Vorlauf und damit ins Finale.

 

217 Punkte mussten es für das Finale sein

 

Als weitere Finalisten qualifizierten sich Oliver Stein, der den NRHA Breeders Derby Champion 2008 SES Topsail Whiz (Bes. Steffi Zotti, AUT) mit einer 220,5 auf einen tollen fünften Platz reiten konnte, Markus Schöpfer (ITA) mit Peptos Lil Bingo (Bes. Braam QH, NED, Platz 7 mit Score 220), Nico Hörmann mit Kai Thielks Olenas Diablo Star (219,5 / Platz 10), Patrice St-Onge mit Mister Hollywood Nic (Bes. Jacpoint QH, AUT, 219,5 / Platz 10), Morey Fisk mit Ruf Dun It (Bes. Frank Huchzermeier, 217,5 / Platz 16) und Riccardo Nicolazzi mit Roseanne Sternbergs Frozen Slide (217 / Platz 17).

Es war also ein Score von 217, der zum Einzug ins Finale nötig war!

Das Finale um die NRHA Bronze Trophy Open findet morgen Abend im Rahmen der großen Abendshow „Reining at its Best“statt. Dann wird sich zeigen, wer die meisten Rerseven hat, um vielleicht noch ein Schüppchen draufzulegen. Auf jeden Fall gilt: Hop oder Top. Spannung ist garantiert“

 

Finale

 

„Das stärkste Teilnehmerfeld in Europa“

 

35.441,89 Euro – das war das Preisgeld der Bronze Trophy Open 2008 bei der Americana. Und alleine 8.151 Euro davon standen für den Sieger bereit. 17 Starts von 12 Reiter aus fünf Nationen – 16 Quarter und ein Paint – 15 Hengste, ein Wallach und eine Stute hatten es ins Finale geschafft. Die Spannung war förmlich greifbar, so knisterte es in der Schwabenhalle, als die Abendshow „Reining at its best“ zu ihrem Höhepunkt kam.

 

„Es war das stärkste Teilnehmerfeld in Europa. Die Klasse dieser 17 Reiter und Pferde des Finales wird nur noch von wenigen Turnieren in den USA getoppt“, meinte Richterin Christine Auch kurz nach dem Endlauf begeistert. „Die Reiter hatten schon im Go alles geben müssen – und heute Abend setzten sie alles auf eine Karte. Bei dem einen hat das sehr gut geklappt, bei dem anderen leider nicht“, meinte die Richterin.

 

Riccardo Nicolazzi eröffnet den Endlauf

 

Als erster Starter kam der Italiener Riccardo Nicolazzi in die Arena. Er stellte die einzige Stute des Teilnehmerfeldes vor: die fünfjährige Frozen Slide im Besitz der Britin Rosanne Sternberg. Er kam zunächst nicht gut ins Rollen. Nach eher verhaltenen Zirkeln nach Links in der Finalpattern 5 überdrehte er den Linksspin – und in den Rechtszirkeln gab es Minus, weil sein Pferd zum falschen Zeitpunkte wechseln wollte. Dann aber kamen Riccardo Nicolazzi und Frozen Slide ins Rollen: Plus 1 im Rechtsspin und auch alle restlichen Manöver im Plus – so kam der Italiener noch auf einen Score von 220,5, die erste Marke dieses Finals. Es sollte am Ende den achten Rang bedeuten.

 

Weiter ging es mit Morey Fisk auf Ruf Dun It. Er holte auf dem siebenjährigen Quarter-Hengst vor allen in den Spins Pluspunkte – Richter Ronald Sharp ging hier im Score bis plus 1,5. Dagegen war in den Zirkeln zu viel „Handarbeit“ im Spiel und auch der letzte Stop klappte nicht richtig – Score 218.

 

Neuer Topscore durch Volker Schmitt

 

Vor allem dank seiner Stops kam Steffen Breug auf Little Whiz Chic als dritter Starter zu einem Score von 221,5. Diesen neuen Highscore toppte aber direkt der nächste Starter: Volker Schmitt bei seinem ersten Finalstart auf dem sechsjährigen Dun It For You zu einem halben Zähler mehr: 222. Weiche Stops und eine sehr harmonische Vorstellung brachten ihm einen Pluspunkt nach dem anderen. Merkwürdigerweise zog ihm einer der drei Richter im Rechtszirkel und der Figure Eight je einen ganzen Penalty ab – trotzdem aber der neue Highscore. Die 222 Punkte sollten an Ende zum feinen fünften Rang reichen.

 

Star Spangled Whiz muss sich geschlagen geben

 

Weiter ging es mit Rudi Kronsteiner auf dem ersten seiner drei Finalpferde: dem zu Beginn dieser Prüfung die NRHA-Weltrangliste anführenden Star Spangled Whiz. Aber wie schon im Vorlauf blieben Rudi Kronsteiner und Star Spangled Whiz unter ihren Möglichkeiten. Gleich im ersten Linkszirkel setzte es bei allen Richtern zwei ganze Penalties, da war kein Sieg mehr drin. Da nutzte etwa auch der traumhafte und mit plus 1,5 zu belohnende Rechtsspin nichts mehr, zumal auch die Stops unter Erwartung blieben. Am Ende der Score: 217,5 und „nur“ der 12 Platz in der Endabrechnung.

 

Jetzt kam Grischa Ludwig erstmals zum Finale in die Arena. Auf dem siebenjährigen Hollywood Yankee Kid zeigte er im Rechtsspin das schönste Manöver und kam in der Endrechnung auf 217 Punkte. Mit dem kanadischen WM-Reiter Patrice St.-Onge ging es weiter. Doch er überdrehte auf Mister Hollywood Nic den zweiten Spin und ließ so wichtige Punkte liegen. Die prima zwei letzten Stops kamen zu spät, um über eine 220 hinauszukommen – am Ende war es der neunte Rang.

Nico Hörmann stellte mit dem achtjährigen Olenas Diablo Star das älteste Finalpferd vor. Nach einem Penalty 5 im Rechtszirkel aber war er leider aus dem Rennen – Score 192,5.

 

Weiterer Mitfavorit scheitert

 

Jetzt war es der zweite große Mitfavorit, der antrat: Das zu Beginn dieser Prüfung zweitplatzierte Duo der NRHA-Weltrangliste: The Rumble Bee unter dem Belgier Bernard Fonck. Aber zwei ganze Penalties im Rechtszirkel, da war die Chance auf den Americana-Sieg auch für diese Reiter-Pferd-Kombination dahin. Score: 215. Aber Bernard Fonck hatte ja noch ein zweites Eisen im Feuer… Apropo Eisen: Beide Pferde von Bernard Fonck verloren im Finale ein Eisen. The Rumble Bee beim letzten Stop und auf seinem zweiten Pferd im vorletzten Stop. Aber da kommen wir ja noch drauf zu sprechen.

 

Markus Schöpfer übernimmt die Führung

 

Der Italiener Markus Schöpfer versuchte nun auf Peptos Lil Bingo sein Glück. Auf dem Sechsjährigen sammelte er Plus um Plus und wurde am Ende mit 222,5 Punkten belohnt. Das war der aktuelle neue Topscore. Und am Ende der vierte Rang. So gar nichts klappte bei Rudi Kronsteiners zweitem Finalauftritt. Viel Horsemanship bewies er, als er auf Chic N Roost die Prüfung entsprechend vor dem Rechtsspin vorzeitig beendete.

 

Jedem Finalreiter seinen eigenen Song aufgelegt

 

Nun versuchte sich Oliver Stein auf SES Topsail Whiz. Mit der Zügelhand auf Höhe der Pferdeohren ging es in die Zirkel, „Highway to Hell“ pushte ihn bei seinem Ritt, der schließlich mit einer 219 bewertet wurde. Eigentlich hätte Oliver Stein noch einen zusätzlichen Bonus für den künstlerischen Ausdruck verdient gehabt: Er schaffte es, seine Vorführung exakt mit dem letzten Takt des von ihm gewählten Liedes zu beenden. Übrigens war das ein Novum: Jeder der Finalreiter hatte seinen eigenen Song auswählen dürfen.

 

Zweiter Auftritt von Volker Schmitt: Auf Jacs Ready To Slide scorte er konsequent im Plus und holte sich 221,5 Punkte. Grischa Ludwig fing sich auf dem Paint The Great Guntini leider einen 5er Penalty im Roll-Back des ersten Stops und kam so nicht über eine 206 hinaus.

 

Jetzt waren noch drei Reiter beim Doorman, und noch führte Markus Schöpfer. Es sollte nicht so bleiben.

 

Uli Kofler übernimmt Führung

 

Zwei der am meisten gehandelten Favoriten hatten es in diesem Finale nicht nach ganz vorne geschafft, jetzt kam der dritte Mitfavorit in die Arena: der Italiener Uli Kofler auf Hot Smokin Chex – im Besitz der Familie Grosse vom Curtis-Hof in Sachsen. Ein erster leicht überdrehter Spin nach links brachte ihm Minus ein und auch ein Fast-Kick in der Figure-Eight kosteten Punkte – sonst aber ein klasse Ritt mit ganz viel Ausdruck mit einem Plus-1,5-Stop als vorletztes Manöver. Der Score…222,5 – neuer Topscore!

 

Neuer Highscore für Bernard Fonck

 

Der vorletzte Starter: Bernard Fonck, nun auf BA Reckless Chick. Ein von ihm selbst gezüchteter Quarter-Wallach. Er zeigte die tollsten Spins des Finales, plus 1,5 hier. Plus ½ gab es in den Spins, die Figure Eight mit einer 0 im Score abgeschlossen. Plus 1 im ersten Stop, null bis plus ½ im zweiten Stop, bei dem BA Reckless Chick ein Eisen verlor – und noch mal plus 1 im letzten Stop. Spannung. Dann die Durchsage: der Score…228! Top-Score! Und der Sieg in dieser Bronze-Trophy der Americana.

 

Dritter Platz für Rudi Kronsteiner

 

Den konnte auch Rudi Kronsteiner als letzter Starter nicht mehr verhindern. Bei seinem dritten Finalstart showte er den Vorlaufssieger Spat King Delmaso. Zum Song TNT von AC/DC glänzte er vor allem bei den Stops, während die Zirkel eher bei null bleiben. Der Österreicher erhielt 224,5 Punkte. Das war der dritte Platz und eine kleine Entschädigung für das Pech bei den anderen beiden Finalritten.

 

Natürlich war die Freude bei Bernard Fonck riesig. Der 35-jährige WM.Teilnehmer war, wie er selbst erklärte, „ein bisschen nervös vor dem Start“. Auch Richterin Christine Auch erklärte: „Der hat uns gar nicht wahrgenommen, so war er auf seinen Ritt fixiert.“ BA Reckless Chick ist fünf Jahre alt, musste das vergangene Jahr nach einem Sehnenproblem komplett pausieren. Seit Januar ist der Wallach wieder im Training, zum Zeitpunkt der Americana war er etwa Siebter der NRHA-Weltrangliste. „Ich bin sehr stolz. BA Reckless hat alles gegeben. Er ist ein wirklich gutes Pferd“, freute sich Fonck. Kerstin Grosse, die Besitzerin des Zweitplatzierten Hot Smokin Chex, war es ebenfalls: „Uli Kofler war zwar etwas traurig. Aber ich bin total zufrieden. Mit dem Ritt, mit Uli und vor allem auch mit der Americana. Das ist wirklich klasse, was hier abgeht.“

 

Endergebnis der Bronze Trophy

 

1.       Bernard Fonck                          BA Reckless Chick                          228

2.       Uli Kofler                                  Hot Smokin Chex                           225,5

3.       Rudi Kronsteiner                       Spat King Delmaso                         224,5

4.       Markus Schöpfer                       Peptos Lil Bingo                             222,5

5.       Volker Schmitt                          Dun It For You                               222

6.       Steffen Breug                           Little Whiz Chic                              221,5

6.       Volker Schmitt                          Jacs Ready To Slide                       221,5

8.       Riccardo Nicolazzi                     Frozen Slide                                  220,5

9.       Patrice St.-Onge                       Mister Hollywood Nic                      220

10.     Oliver Stein                              SES Topsail Whiz                           219

11.     Morey Fisk                               Ruf Dun It                                      218

12.     Rudi Kronsteiner                       Star Spangled Whiz                        217,5

13.     Grischa Ludwig                         Hollywood Yankee Kid                     217

14.     Bernard Fonck                          The Rumble Bee                            215

15.     Grischa Ludwig                         The Great Guntini                           206

16.     Nico Hörmann                           Olenas Diablo Star                         192,5

17.     Rudi Kronsteiner                       Chic N Roost                                  0

 

NR 30 NRHA Freestyle Reining Open

 

Uschka Wolf gewinnt als Bastian mit Fuchur aus der Unendlichen Geschichte

 

Uschka Wolf gewann die NRHA Freestyle Reining Open. Sie kam als Bastian, dem Helden aus der Unendlichen Geschichte, in die Arena. Und ihr Pferd Jacs Smokey Maid war als der Glücksdrache Fuchur verkleidet – komplett eingehüllt in Silberfolie. Und das Beste: Uschka Wolf zeigte ihre Vorstellung ausschließlich mit einem Halsring geritten. Ihr verdienter Score war eine 223,5.

 

Zweiter wurde der „brasilianische Karnevalist“ Ricky Bordignon. Zu Samba-Klängen führte er The Little Fighter künstlerisch zu einer 222,5. Sita Stepper überzeugte als schwarz angemalte und mit Kraushaarschopf ausgestattete Kannibalin. Zu afrikanischer Musik legte sie auf dem mit Knochen im Schopf verzierten Blues Starlight eine 215,5 hin.

 

Zudem unterhielten der „Hippi“ Markus Häberlin auf Spark Serendipity, „Ritter“ Jens Kaschel auf Kilo San Jacolena und im „American Style“ Josefine Stenquist auf Vics Eternal Popcorn das Publikum.

 

RC 90 ERCHA Reined Cow Horse Futurity Open

 

Vorlauf Herd Work

 

Markus Schöpfer legt los wie die Feuerwehr

 

Mit der Herd Work, also dem Cutting-Teil, begann die Reined Cowhorse Futurity Open. Das ist die Disziplin von Markus Schöpfer. Der Italiener gewann diese Prüfung vor zwei Jahren bei der Americana nicht nur, sondern kam damals auch als Zweiter durch das Ziel. Und er legte in der Herd Work des Vorlaufs gleich wieder los wie die Feuerwehr. Sieben Punkte Vorsprung! – so sicher gewann er diesen ersten von drei Teilen dieser Futurity: Mit einem Score von 143 entschied er die Herd Work auf Smart Style Dunnit für sich. Und auch der zweite Rang ging im Tie an den Italiener: 136 Punkte schaffte Markus Schöpfer auf Snapplelite – wie auch Francesca Baron auf ARC Turbine Ropers. Der vierte Rang der Herd Work ging ebenfalls an Markus Schöpfer, nun mit Sailin Sparkle (135). Diesen Platz teilte er sich mit Samuele Poli auf Ellevi Wendy Jack. Mit jeweils 134 Punkten starteten – noch einmal – Markus Schöpfer auf May Be Boom sowie Riccardo Nicolazzi auf Sen Me Sugar in die Futurity. Der achte Platz nach dem ersten Go-Teil ging an Philipp Martin Haug auf A Smarty Pants sowie Filippo Masi auf Holly Bob Time (je 132). Eugenio Latorre kam auf A Nic Enterprise als Zehnter auf 127 Punkte in der Herd Work.

 

Volauf Reined Work

 

Markus Schöpfer baut Führung weiter aus

 

Markus Schöpfer dominierte auch den zweiten Vorlaufs-Teil der Reined Cow Horse Futurity Open. Als zweite Aufgabe stand die Reined Work an. Die gewann er mit einem Score von 145,5 auf Snapplelite. Mit dem vierjährigen Hengst sicherte er sich so weiter den zweiten Rang in der Zwischenwertung (Score 281,5). Und auch der zweite Platz der Reined Work ging an Markus Schöpfer – im Tie mit Eugenio Latorre.

 

Den zweiten Rang der Reined Work schaffte Markus Schöpfer auf dem Siegerpferd der Cow Work. Mit einem Score von 144,5 sicherte sich der Italiener auf der dreijährigen Stute weiter die souveräne Führung in der Zwischenwertung (287,5 Punkte). Eugenio Latorre machte auf A Nic Enterprise nach der verpatzten Herd Work mächtig Boden gut. Mit ebenfalls 144,5 Punkten in der Reined Work schob er sich vom siebten auf den zehnten Rang der Zwischenwertung vor.

 

Vierter der Reined Work wurde Filippo Masi auf Holly Bob Time. Mit einem Score von 142 in der Reined Work hatte er nun nach zwei Prüfungen zusammen 271,5 Punkte. Francesca Baron schaffte in der Reined Work auf ihren beiden Pferden Genuine Red Spot sowie Arc Turbine Ropers jeweils eine 141 in der Reined Work. Siebter der Reined Work war erneut Markus Schöpfer, jetzt auf May Be Boom. Mit Sailin Sparkle schaffte Markus Schöpfer zudem bei 139,5 Punkten den achten Rang der Reined Work. Neunter wurde hier Philipp Martin Haug auf A Smarty Pants (139) vor Samuele Poli auf Snappleheartbreaker (138,5).

 

Damit ergab sich nach zwei Prüfungen des Vorlaufs dieser Zwischenstand:

 

1.       Markus Schöpfer                       Smart Style Dunnit                              287,5

2.       Markus Schöpfer                       Snapplelite                                         281,5

3.       Francesca Baron                       Arc Turbine Ropers                             277

4.       Markus Schöpfer                       Sailin Sparkle                                     274,5

5.       Filippo Masi                              Holly Bob Time                                    274

5.       Markus Schöpfer                       May Be Boom                                      274

7.       Eugenio Latorre                         A Nic Enterprise                                  271,5

7.       Samuele Poli                             Ellevi Wendy Jack                                271,5

9.       Philipp Martin Haug                    A Smarty Pants                                   271

10.     Riccardo Nicolazzi                      Sen Me Sugar                                     270,5

 

Vorlauf Cow Work

 

„Quadriga-Erfolg“ für Markus Schöpfer in der Vorlauf-Gesamtwertung

 

Eine 138 reichte Markus Schöpfer in der Cow Work als dritte Disziplin zum Gesamtsieg im Vorlauf der Reined Cow Horse Open. Am Ende hatte er auf Smart Style Dunnit 425,5 Punkte gesammelt.

 

Die Cow Work gewann aber Markus Schöpfer auf May Be Boom mit einem Score von 142. Damit schloss er mit diesem Pferd als Dritter die Vorlaufswertung ab (416). Zweiter der Cow Work wurde Alex Tuzakov auf Jackie Starlight mit 140 Punkten. Den dritten Platz der Cow Work schaffte Markus Schöpfer bei 139 Punkten auf Snapplelite. Das war der zweite Platz für diese Reiter-Pferd-Kombination in der Gesamtwertung des Vorlaufs (420,5).

 

Dritter der Cow Work wurde bei 139 Punkten zudem Philipp Martin Haug auf A Smarty Pants sowie Christoph Seiler auf Smartest Lea und Samuele Poli auf Ellevi Wendy Jack. Zwei Reiter kamen als Siebte der Cow Work durchs Ziel: Markus Schöpfer auf Sailin Sparkle sowie Markus Schöpfer auf Smart Style Dunnit. Ihr Score war jeweils eine 138. Neunter der Cow Work wurde Riccardo Nicolazzi auf Sen Me Sugar (134) und auf den zehnten Rang kam hier Filippo Masi auf Holly Bob Time (132).

 

Das bedeutete diesen Gesamt-Endstand im Vorlauf:

 

1.       Markus Schöpfer                    Smart Style Dunnit                             425,5

2.       Markus Schöpfer                    Snapplelite                                        420,5

3.       Markus Schöpfer                    May Be Boom                                    416

4.       Markus Schöpfer                    Sailin Sparkle                                    412,5

5.       Samuele Poli                          Ellevi Wendy Jack                              410,5

6.       Philipp Martin Haug                 A Smarty Pants                                 410

7.       Filippo Masi                            Holly Bob Time                                  406

7.       Francesca Baron                     Arc Turbine Ropers                           406

9.       Riccardo Nicolazzi                   Sen Me Sugar                                   404,5

10.     Eugenio Latorre                      A Nic Enterprise                                 395,5

 

Finale

 

Neun Italiener und ein Deutsche traten zum Finale an

 

Es war soweit: Das „Cow Horse Festival“ stand an – samt dem Finale der European Reined Cow Horse Futurity Open mit der Reined und der Cow Work. Und was für eine italienische Dominanz: Neun Italiener hatten sich qualifiziert, darunter Markus Schöpfer, der nicht nur vier Pferde eine Runde weitergebracht hatte, sondern im Vorlauf auch die Plätze eins bis vier belegt hatte. Einzig Philipp Martin Haug stand dieser italienischen Übermacht entgegen. Spannung war auf jeden Fall garantiert.

 

Finale Herd Work

 

Zwei Reiter im Tie an der Spitze

 

Den Top-Score der Herd Work im Finale zeigten gleich zwei Reiter. Markus Schöpfer auf dem Vorlaufszweiten Snapplelite und der einzige Deutsche im Finalfeld, Philipp Martig Haug auf A Smarty Pants. Beide wurden für ihren Ritt mit einer 143 belohnt.

 

Dritter der Herd Work wurde mit einer 142 Markus Schöpfer auf dem Vorlaufsvierten Sailin Sparkle. Und mit dem Gewinnerpferd des Vorlaufs, Smart Style Dunnit, ließ Markus Schöpfer eine 141 folgen. Zwei Reiter teilten sich einem Score von 136 den fünften Platz: Filippo Masi auf Holly Bob Time sowie Samuele Poli auf Ellevi Wendy Jack. Als Siebter startete Eugenio Latorre auf A Nic Enterprise mit einer 133 in den Wettbewerb. Mit seinem vierten Pferd hatte Markus Schöpfer Pech: Auf der Vorlaufsdritten May Be Boom kam er nicht über eine 123 hinaus.

 

Der Stand nach der Herd Work

 

1.       Markus Schöpfer                       Snapplelite                                  143

1.       Philipp Martin Haug                    A Smarty Pants                           143

3.       Markus Schöpfer                       Sailin Sparkle                              142

4.       Markus Schöpfer                       Smart Style Dunnit                       141

5.       Samuele Poli                             Ellevi Wendy Jack                        136

5.       Filippo Masi                               Holly Bob Time                            136

7.       Eugenio Latorre                         A Nic Enterprise                           133

8.       Riccardo Nicolazzi                      Sen Me Sugar                             131

9.       Francesca Baron                        ARC Turbine Ropers                    129

10.     Markus Schöpfer                        May Be Boom                              123

 

Finale Reined Work

 

Philipp Martin Haug geht mit zwei Punkten in Führung

 

Ausgerechnet mit dem Pferd, mit dem Markus Schöpfer in der Herd Work so viel Pech hatte, schlug er nun in der Reined Work voll zu: Auf May Be Boom scorte er eine 144,5 und sicherte sich so den Sieg in dieser Prüfung. Nach der 123 in der Herd Work war aber auch klar, dass dieses Ergebnis keine Auswirkung auf die vordere Platzierung in der Endwertung mehr haben dürfte.

 

Umso wichtiger war die Platzierung dahinter: Und da blieb es ganz eng. Und vor allem auch: Philipp Martin Haug nahm den Kampf an und gab alles. Mit Erfolg. Er scorte auf A Smarty Pants eine 143,5. Und das bedeutete den zweiten Platz in der Reined Work – gleichauf mit Markus Schöpfer auf Smart Style Dunnit. Mit diesem Pferd hatte der Italiener den Vorlauf als Bester abgeschlossen. Damit war klar: Philipp Martin Haug übernahm nach zwei Prüfungen die Führung. Er war jetzt zwei Zähler vor Markus Schöpfer auf Smart Style Dunnit. Denn Markus Schöpfer fiel auf seinem Pferd Snapplelite nach der Cow Work zurück, als er mit Snapplelite in der Reined Work nicht über 133 hinauskam, und auch auf  Sailin Sparkle verlor Markus Schöpfer mit einer 139,5 an Boden.

 

Den vierten Platz in der Reined Work sicherte sich Francesca Baron auf Arc Turbine Ropers (142,5). Aber sie kam nach der verpatzten Herd Work nicht mehr für einen vorderen Platz in Frage. Gleiches galt für den Fünften der Reined Work: Roccardo Nicolazzi auf Sen Me Sugar (142). Filippo Masi rückte auf Holly Bob Time mit einer 141,5 in der Reined Work auf den vierten Platz der Zwischenwertung vor. Samuele Poli verteidigte mit einer 141 auf Ellevi Wendy Jack den fünften Rang der Zwischenwertung.Eugenio Latorre kam in der Reined Work auf eine 140,5 und konnte damit nicht entscheidend aufholen.

 

Damit hatte also Philipp Martin Haug mit zwei Punkten die Führung der Zwischenwertung übernommen. Und sich zum dritten Platz immerhin schon ein Polster von fünf Punkten verschafft. Und bei aller Unwägbarkeit einer Prüfung mit Rindern sah es zugleich ganz so aus, dass jetzt auch nur noch die drei Erstplazierten um den Gesamtsieg kämpfen sollten. Denn der viertplatzierte Filippo Masi hatte schon neun Zähler Rückstand zum höchsten Treppchen.

 

Ergebnis Reined Work

 

1.       Markus Schöpfer                       May be Boom                                144,5

2.       Philipp Martin Haug                    A Smarty Pants                             143,5

2.       Markus Schöpfer                       Smart Style Dunnit                         143,5

4.       Francesca Baron                       Arc Turbine Ropers                        142,5

5.       Riccardo Nicolazi                       Sen Me Sugar                                142

6.       Filippo Masi                               Holly Bob Time                              141,5

7.       Samuele Poli                             Ellevi Wendy Jack                           141

8.       Eugenio Latorre                         A Nic Enterprise                             140,5

9.       Markus Schöpfer                       Sailin Sparkle                                 139,5

10.     Markus Schöpfer                       Snapplelite                                     133

 

Zwischenstand nach zwei Prüfungen

 

1.       Philipp Martin Haug                    A Smarty Pants                             286,5

2.       Markus Schöpfer                       Smart Style Dunnit                         284,5

3.       Markus Schöpfer                       Sailin Sparkle                                281,5

4.       Filippo Masi                               Holly Bob Time                              277,5

5.       Samuele Poli                             Ellevi Wendy Jack                          277

6.       Markus Schöpfer                       Snapplelite                                    276

7.       Eugenio Latorre                         A Nic Enterprise                             273,5

8.       Riccardo Nicolazzi                      Sen Me Sugar                               273

9.       Francesca Baron                        Arc Turbine Ropers                       271,5

10.     Markus Schöpfer                        May Be Boom                                267,5

 

Finale Cow Work

 

Top-Score für Markus Schöpfer auf Snapplelite

 

So lag das Augenmerk im “Finale”, der Cow Work, also ganz auf drei Reiter-Pferd-Kombinationen. Doch gehen wir der Startreihenfolge nach vor. Zunächst kam Markus Schöpfer auf Snapplelite in die Arena. Was würde er noch rausholen können mit diesem Pferd? Eine ganze Menge! Denn Markus Schöpfer zeigte auf Snapplelite den Top-Score der Cow Work: 143. Es sollte reichen, dass diese Reiter-Pferd-Kombination sich in der letzten Prüfungen noch vom sechsten auf den zweiten Rang in der Endwertung vorarbeite sollte.

 

Weiter ging es mit Eugenio Latorre auf A Nic Enterprise. Doch er patzte in der Cow Work, und fiel mit einer 128 hier leider auf den letzten Finalplatz zurück. Jetzt war es Filippo Masi auf Holly Bob Time, der sich an der Kuh versuchte. Doch auch er hatte Pech, bekam eine 128 – und statt noch vom vierten Platz in die Medaillenränge zu kommen, wurde er in der Schlussabrechnung auf den siebten Platz verwiesen.

 

Sailin Sparkle muss sich mit einer 136 begnügen

 

Jetzt ging es zum ersten Mal um den möglichen Gesamtsieg: Markus Schöpfer auf Sailin Sparkle, Dritter nach zwei Prüfungen, betrat die Arena. Fünf Punkte hatte er auf diesem Pferd auf den ersten Platz aufzuholen. Aber es sollte nicht richtig klappen. Sein Score: 136. Damit sollte er auf diesem Pferd um einen Platz einen Rang auf dem Treppchen verpassen.

 

Riccardo Nicolazzi auf Sen Me Sugar scorte in der Cow Work eine 138 und wurde am Ende Sechster. Den selben Score schaffte Samuele Poli, der damit in der Gesamtwertung den fünften Platz Start-Ziel verteidigte.

 

Jetzt ging es wieder um Sieg. Markus Schöpfer auf Smart Style Dunnit war an der Reihe. Doch oh weh!  Es wollte nicht viel gelingen, und der Score war nur eine 134 in der Cow Work. Damit fiel er sogar noch einen Rang zurück.

 

Wenn der Hut fliegen kann…

 

So standen nun die Tore weit offen für Philipp Martin Haug. Einigermaßen sauber durchkommen in der Cow Work, dann wäre ihm der Sieg nicht mehr zu nehmen gewesen. Aber das schien ihn gar nicht zu beeindrucken – und bei der Rinderarbeit ist ja ohnehin nur wenig zu planen. Zu sehr spielen die Tatsachen eine Rolle, nämlich was für ein Rind man bekommt. Und so gab Philipp Martin Haug auch in der Cow Work volle Pulle.

 

Das Publikum tobte. Doch plötzlich atemlose Stille in der Schwabenhalle. Alle warteten nach dem Ende des Ritts auf die Durchsage. Und dann hob Ansager Boris Kook seine Stimme. Und als er in der typischen Manier für einen prima Score die Stimme erklingen ließ und auf diese Art nur die ersten Buchstaben aussprach, da herrschte Begeisterung pur. Philipp Martin Haug, sonst immer vermeintlich so cool, schmiss seinen Hut zehn Meter in die Höhe. Und als der Hut den Boden berührte, war auch die Ansage beendet: Score 142! Das reichte locker zum Sieg der Reined Cow Horse Futurity. 9,5 Punkte Vorsprung waren es am Ende. Es war nach Grischa Ludwig im Jahr 2002 der zweite deutsche Erfolg in dieser Disziplin. Philipp Martin Haug krönte damit seine Leistung bei diesem Wettbewerb. Seit Beginn an war er bisher stets im Finale gewesen. Glückwunsch aber auch an Markus Schöpfer, dem Sieger der Futurity bei den letzten zwei Americana`s. Dieser prima Sportsmann sicherte sich den zweiten, dritten und vierten Rang.

 

Und auch das darf nicht vergessen werden zu erwähnen. Als Philipp Martin Haug seine Cow Work so erfolgreich absolvierte, tobte nicht nur die Halle vor Begeisterung. Auch die anderen Reiter standen direkt beim Doorman und klatschten unentwegt während Phillips Arbeit am Rind. Das ist Sportsgeist! Danke und Kompliment dafür!

 

Ergebnis Cow Work

 

1.       Markus Schöpfer                       Snapplelite                                    143

2.       Philipp Martin Haug                    A Smarty Plants                            142

3.       Samuele Poli                             Ellevi Wendy Jack                          138

3.       Riccardo Nicolazzi                      Sen Me Sugar                               138

3.       Markus Schöpfer                       May Be Boom                                138

6.       Markus Schöpfer                       Sailin Sparkle                                136

7.       Markus Schöpfer                       Smart Style Dunnit                         134

8.       Francesca Baron                       Arv Turbine Ropers                        133

9.       Eugenio Latorre                        A Nic Enterprise                             128

9.       Filippo Masi                              Holly Bob Time                              128

 

Endergebnis

 

1.       Philipp Martin Haug                    A Smarty Plants                             428,5

2.       Markus Schöpfer                       Snapplelite                                    419

3.       Markus Schöpfer                       Smart Style Dunnit                         418,5

4.       Markus Schöpfer                       Sailin Sparkle                                417,5

5.       Samuele Poli                             Ellevi Wendy Jack                          415

6.       Riccardo Nicolazzi                      Sen Me Sugar                               411

7.       Filippo Masi                               Holly Bob Time                              405,5

7.       Markus Schöpfer                       May Be Boom                                 405,5

9.       Francesca Baron                       Arc Turbine Ropers                         404,5

10.     Eugenio Latorre                         A Nic Enterprise                             401,5

 

EC 15 World Open Trail

 

Carolin Lenz gewinnt auf Naja den Vorlauf im Trail

 

Als Jugendliche räumte sie bei der Americana in der Vergangenheit groß ab: Carolin Lenz auf ihrer jetzt 16-jährigen Halfinger-Stute Naja. Dritte beim Americana-Trail 2002, und Doppelsiegerin im Jugend-Trail in den Jahren 2004 und 2006. Und jetzt lehrte die 18-jährige aus Dachau den Senioren das Fürchten: Denn im Vorlauf des EC Trail der Americana 2008 war sie gleich wieder zur Stelle: Sie gewann den äußerst schwer abgesteckten Parcours mit einem Score von 136 bei den Richtern Christine Auch und John Tuckey. Damit nicht genug, brachte Carolin Lenz auch ihr zweites Pferd in den Endlauf: Mit Circles Poco und einem Score von 131 wurde sie auch noch Vierte dieses Vorlaufes. Mit diesem Pferd ging übrigens vor zwei Jahren Anna Limmer an den Start – dieses Duo belegte damals den vierten Rang. „Ich bin total zufrieden“, strahlte sie. „Die zwei sind sehr fein gelaufen und haben alles für mich getan. Die Americana ist immer was ganz Besonderes: so viele Leute und so viele tolle Pferde! Wo sonst hat man so viele Zuschauer und kann vor vollen Rängen reiten.“ Carolin Lenz war das erste Mal auf der Americana, als sie 12 Jahre alt war.

 

Als Zweite qualifizierte sich Lorena Rath auf Bonito für das Finale, das am Sonntag, 7. September, ausgetragen wird. Lorena Rath kam auf einen Score von 134,5. Und war damit einen halben Zähler besser als die drittplatzierte Claudia Huber auf Lucky Luke (134).

 

Anna Limmer hält Chance zur Titelverteidigung aufrecht

 

Als Fünfte behauptete sich Janine Liszy auf Shesa Joe Reed Babe (130,5). Und blieb damit im Go einen Rang vor der Titelverteidigerin dieser Americana-Prüfung: Anna Limmer auf Hesa San Jo (125). Die 27-jährige aus Buttenheim bei Bamberg war vor zwei Jahren Zweite im Trail, aber beste Europäerin. Damit nicht genug, hatte sie auch im Jahr 2004 als Neunte den Endlauf beendet und im Jahr 2002 hatte sie den Trail sogar schon einmal gewonnen.

 

Den Parcours im Vorlauf bewertete Anna Limmer als „viel schwieriger, als er zunächst ausgesehen hatte.“ Als besonders knifflige Aufgabe stellte sich eine erhöhte Stange heraus, die zwischen zwei Vierecken lag, in denen gewendet werden musste. Aber auch die unterschiedlichen Abstände in den Lope Overs und die enge Jog-Over-Passage hatten es in sich.

 

Hesa San Jo hat eine weitere bemerkenswerte Saison hinter sich. Der Hengst, der in den USA gezüchtet wurde, kam als 5-jähriger zu Anna Limmer. Seitdem haben sich die beiden zu einem „Dream Team“ entwickelt. Mit Hesa San Jo beweist Anna seit Jahren, dass ein hoch spezialisierter Reiner wie dieser Hengst auch sehr erfolgreich in anderen Disziplinen gehen kann. 2006 gewannen die beiden den Americana World Open Trail und entschieden die Bavarian Golden Series in Western Horsemanship für sich. Das Jahr 2007 beendete Hesa San Jo als das Quarter Horse mit den meisten in Reitklassen erzielten Punkten in Deutschland auf der AQHA Rangliste. Auch 2008 hat sich bisher überaus gut für die beiden angelassen: Golden Series Champion im Trail, Reserve Champion in Horsemanship und der Superior Titel in Reining. „Er hat ein Riesen-Herz und will immer alles recht machen,“ schildert Anna ihr Pferd begeistert. „Ich würde ihn niemals hergeben.“

Auch auf 125 Punkte kam im Go Christine Blasi auf Varedzka. Sigrune Brem qualifizierte sich als Achte. Für ihre Vorstellung auf Heza Miracle Magic bekam sie 124,5 Punkte. Giovanni Masi kam auf Larksimilian als Neunter weiter (122,5). Mit einem Tie schafften zwei Reiter auf dem zehnten Rang den Sprung ins Finale: Constance Waber auf Monthy sowie Madeleine Häberlin auf Watch Me Pulse (beide 116).

 

Gerade Madeleine Häberlin wurde mit dieser engen Finalqualifikation für einige aufregende Stunden zuvor belohnt. Denn kurz vor der Americana verletzte sich ihr Pferd I am the Asset schwer. Kurzfristig griff sie dann auf Watch Me Pulse zurück, das Pferd ihres Mannes. „Der wurde aber dieses Jahr nur einmal geshowt.“ Jetzt nach der gesicherten Finalteilnahme hatte sie noch Zeit, sich weiter aufeinander abzustimmen.

 

18 andere hochkarätige Reiter schafften das Finale nicht. Wie etwa Carolin Lenz mit ihrem dritten Pferd, LIL Freckled Playboy, oder aber die Americana-Trail-Zweite 2006 und Americana-Trail-Dritte 2004: Julia Moosbrugger auf Scotch Pepsi musste sich dieses Mal früh geschlagen geben.

 

Finale

 

Tinker Lucky Luke ist neuer Trail-Champion

 

Die Trail-Sechste der Americana 2008 und Vorlaufsdritte schlug im Finale des Trails zu: Der Tinker-Wallach Lucky Luke führte seine Reiterin Claudia Huber zu 138 Punkten. Das war der Sieg – und wohl der erste Titel für einen Tinker auf der Americana. Das beeindruckenste Manöver von Claudia Huber wurde der Lope In in ein enges Quadrat. Wie Lucky Luke hier abremste und dann mit dem ganzen Körper schwingend die Linie hielt, war besonders beeindruckend.

 

Die Titelverteidigerin bewies Konstanz: Anna Limmer war auch dieses Mal ganz vorne dabei und sicherte sich mit 135 Punkten auf Hesa San Jo den Reserve-Titel.

 

Carolin Lenz kam zu Bronze und auf den vierten Rang. Mit dem letztmals vierplatzierten Circles Poco sammelte sie 134,5 Punkte und wurde Dritte, mit Naja kam sie auf 131 Punkte. Diese vier Reiter-Pferd-Kombinationen hatten sich im Endlauf von der Konkurrenz abgesetzt.

 

Den fünften Rang belegte Constance Waber auf Monthy mit 118 Punkten. Sechste wurde Christine Blasi auf Varedzka (116) vor Sigrune Brem auf Heza Miracle Magic (113), 8. Janine Liszy auf Shesa Joe Reed Babe (112), 9. Lorena Rath auf Bonito (106), 10. Madeleine Häberlin auf Watch me Pulse (88,5) und Giovanni Masi auf Larksimilian (0).

 

EC 18 European Championship Cutting Open

 

Erster Go

Italiener dominierten den ersten Vorlauf

Gianluca Munarini mit Score 147 auf Platz 1 – auf dem Weg zum vierten Titel in Folge?

Zu den ganz großen Highlights der Americana zählt traditionsgemäß die European Championship im Cutting. In der Open ging es um 12.000 Euro added. 53 Starter waren hierfür gemeldet – ein außergewöhnlich großes und vor allem außergewöhnlich starkes Starterfeld mit vielen Favoriten. Freud und Leid lagen in dieser Cutting einmal mehr dicht beieinander. So gut und erfolgreich Pferd und Reiter auch sein mögen, beim Cutting spielt eben immer noch ein dritter Partner mit: das Rind. 

Mit einer 147 setzten sich der Italiener Gianluca Munarini und Starlight Elan als vorletzte Starter an die Spitze des ersten Vorlaufs. Dieser Score ist umso höher zu bewerten, als die beiden Richter Ronald Sharpe und John Tuckey sehr streng bei der Bewertung waren. Schon beim Masters Cutting am Vortag wie auch nun beim Go Round zur European Championship musste man schon auf volles Risiko reiten, um überhaupt auf eine 70 zu kommen.

Damit hatte sich Munarini ein solides ‚Polster’ für seinen möglichen vierten (!) Americana EM-Titel in Folge geschaffen: 2002 gewann er diese Prüfung bereits mit Acres of Time, 2004 mit MR Pepto Fletch und 2006 mit Starlight Elan. Der 10-jährige Hengst Starlight Elan im Besitz von Roberto Cuoghi ist ein Sohn des großen Grays Starlight und hat bereits über 60.000 Dollar allein bei NCHA Cuttings gewonnen.

Den zweitbesten Ritt des Vorlaufs hatte Andrea Santini mit Smart Lil Angle (Bes. Campezzone Pompeo). Santini, der schon das Masters Cutting bei dieser Americana für sich entschieden hatte, wurde von den Richtern für seinen Ritt mit einer 145 belohnt. Dritter wurde mit einer 144 Pietro Valeri auf MR Pepto Fletch – eben jenem Pferd, mit dem Munarini Europameister 2004 war.

Den vierten Platz im ersten Go teilten sich Marco Sacchetti, Italien, mit Boiler Room und Michael Baker mit Britta Oberrauchs Little Foxy Boon (beide Score 143). Drei Teilnehmer folgten mit einer 142 auf Platz 6: der Amerikaner Scott Ferguson mit Bingo Pie (Bes. Uwe Niedostatek), Gianluca Marchesini mit CDS Smart Trouble und Kevin Coiner mit Two Acres (Bes. Andreas Müller).

Die besten deutschen Teilnehmer kamen mit einer 141 auf Platz 9: Michael Ohlhoff mit Trish La Dish, Uwe Röschmann mit dem Masters Cutting Reserve Champion 2008 Ricochet Pep (Bes. Jozef Kosina, CZE) und Malte Döring mit Kiss My Cat. Diesen neunten Rang belegte auch der Italiener Markus Schöpfer, der auch in diesem Jahr mit einem rasanten Foto das Americana-Plakat ziert. Er brachte Dark As Pitch auf 141 Punkte. Alle weiteren Reiter blieben im ersten Go unter der 140er Grenze.

Noch war aber alles offen. Die zwölf Besten (plus Ties) würden es ins Finale schaffen. Zunächst war jedoch ein zweiter Vorlauf zu bewältigen.

 

Im Cutting groß im Kommen: Tschechien

 

Uwe Röschmann, der seit sechs Jahren in Texas trainiert, kam eigens zu Europas „Mekka des Westernreitens“ aus den USA. Ricochet Pep, der bisher etwa 140.000 Dollar im Cutting gewonnen hat, ist im Besitz des tschechischen Unternehmers Jozef Kosina. Kosina, der nach eigenen Angaben seit etwa sechs Jahren mit dem Cuttingsport zu tun hat, showt auf dieser Americana auch zum ersten Mal selbst. „Eine tolle Veranstaltung,“ sagt er. „Ich bin wirklich beeindruckt – so viele gute Pferde und Reiter!“ Jozef Kosina ist der erste Europäer, der auf der Paint Horse World Show in den USA ins Finale kam. Er hat momentan acht Cuttingpferde, die zum Teil bei Uwe Röschmann in USA im Training sind. Derzeit ist er mit dem Bau einer eigene Cuttinganlage in der Nähe von Prag beschäftigt.

 

Scott Ferguson: „Will auf jeden Fall wiederkommen!“

 

Einer der prominentesten Teilnehmer des Open Cutting bei der Americana war Scott Ferguson. Der texanische Trainer hat schon über 800.000 Dollar in der Cutting-Arena gewonnen. Es ist sein erster Aufenthalt in Europa - kein Wunder, dass er bei der Americana aus dem Staunen nicht mehr herauskam.  „Ich kann es einfach nicht fassen, wie viele Zuschauer hier sind! So was kenne ich nicht mal von den meisten unserer Shows. Einfach unglaublich. Und dann so viele Disziplinen nebeneinander... Eins ist sicher: wenn’s irgend geht, will ich auf der nächsten Americana wieder dabei sein.“

Die 7-jährige Stute Bingo Pie (eine Halbschwester zum Non Pro Futurity Champion Jerious) kam eigentlich von Scott Ferguson und wurde dann an Uwe Niedostatek verkauft. „Ich musste mich hier erst mal wieder an sie gewöhnen“, so Ferguson. „Das war nicht einfach, weil die Rinder hier ganz anders sind als bei uns zu Hause. Aber sie hat einen guten Job gemacht, und mit ein bißchen Glück schaffen wir es in die Top Ten. Einfach wird das aber nicht, denn es sind eine Menge hochkarätiger Pferde und Reiter am Start.“  

 

Zweiter Go Round

 

Das wird ein Kopf an Kopf Rennen:

Uwe Röschmann holt kräftig auf / Punktgleich mit Gianluca Munarini geht es ins Finale

Im Kampf um die European Championship Cutting Open zeichnete sich ein packendes Finale ab. Nachdem Gianluca Munarini auf Starlight Elan mit einer 147 Bester des ersten Vorlaufs war, wollte Uwe Röschmann es offenbar wissen: sein super Ritt auf dem Klasse-Wallach Ricochet Pep wurde von den Richtern mit einer 148 belohnt – das war der höchste Score, der im Cutting bisher auf dieser Americana erzielt wurde. Zusammen mit ihren 141 Punkten aus dem ersten Vorlauf gab das insgesamt 289 Punkte. Damit lag Uwe Röschmann in der Gesamtwertung nun gleichauf mit Gianluca Munarini und Starlight Elan. Der Italiener kam mit einer 142 aus dem Vorlauf. Es wird also ein Kopf-an-Kopf-Rennen im Endlauf, da die Finalisten im Cutting ihre Vorlaufsergebnisse mit ins Finale nehmen.

Zweiter im zweiten Vorlauf um das mit 12.000 Euro added dotierte Cutting war Jason Surles mit Lenas Starfish im Besitz von Sergio Traverso All Ongaresca (ITA). Die beiden brachten es auf eine 145. Der 8-jährige Quarter Horse Hengst (ein Sohn des legendären Smart Little Lena) hat in Italien schon viele Erfolge erzielt und gewann unter anderem den Challenge und die AICH Maturity. Gleich fünf Reiter teilten sich mit einer 144 den dritten Platz: Michael Baker mit Britta Oberrauchs Little Foxy Boon, Gianluca Munarini mit seinem CDS Smart Trouble, Markus Schöpfer mit Dark As Pitch (Bes. Paolo Marosso), Pietro Valeri mit MR Pepto Fletch (Bes. Marco Salvatori) und Gianluca Marchesini mit Bet Shesa Squall (Bes. Roberto Bernadelli).

Achter wurde mit 143 Punkten Malte Döring mit Kiss My Cat. Den neunten Platz teilten sich fünf Reiter mit einer 142: Andre Charmot auf A Christa Cat, Ute Holm auf Lone Star Swinging, Uwe Niedostatek mit Peponitas Litt Girl, Gianluca Munarini auf Starlight Elan und Christian Meyer mit A Little Nadine Olena (Bes. Kerstin Kneip).

 

Das sind die Finalisten

 

Damit standen auch die Finalisten fest. Die zwölf besten von 53 Startern schafften es ins Finale, das am Samstag Abend im Rahmen der Abendshow Cutting Spectacular stattfand. Gianluca Munarini und Uwe Röschmann führten punktgleich mit einer 289. Auf dem dritten Platz folgte mit einer 288 Pietro Valeri mit MR Pepto Fletch vor Michael Baker und Little Foxy Boon (287). Fünfter war mit 286 Punkten Gianluca Marchesini mit CDS Smart Trouble. Marchesini hatte zudem mit Bet Shesa Squall noch ein zweites ‚Eisen im Feuer’ (derzeit Platz 9 – mit einer 282 punktgleich mit Marco Sacchetti und Boiler Room). Markus Schöpfer und Dark As Pitch lagen mit einer 285 auf dem sechsten Platz. Den siebten Platz teilten sich Malte Döring mit Kiss My Cat und Jason Surles mit Lenas Starfish (jeweils 284). Der Amerikaner Scott Ferguson erreichte zusammen mit Uwe Niedostateks Bingo Pie den 11. Platz (Score 281), Rodrigo Boari Galeotti mit Push To Play den zwölften Rang (277).

 

Finale

 

Reiter setzten den Titel der Abendshow spektakulär um

 

12 Reiter traten im Rahmen der Abendshow „Cutting Spectacular“ zum Finale der Europameisterschaftswertung Open. Und was die seit Wochen ausverkaufte Schwabenhalle zu sehen bekam, war wirklich überaus spektakulär. Cutting vom Feinsten – Herz, was willst Du mehr!

 

Der Amerikaner Michael Baker eröffnete den Endlauf. Er ging nach den zwei Go`s als Vierter der Zwischenwertung mit nur zwei Punkten Rückstand auf den ersten Rang in die Prüfung. Seine beiden ersten Rinder arbeitete er je 30 Sekunden, ohne hier aber plussen zu können. Er holte noch ein drittes Rind und in den letzten zehn Sekunden holte er mit diesem Plus. Sein Score: 141. Das würde aber nicht reichen können, um aufs Treppchen zu kommen. So viel war klar angesichts der Stärke auch der restlichen Teilnehmer.

 

Jetzt war es der dreifache italienische Futurity-Open-Champion Gianluca Machesini, der mit dem ersten seiner zwei Finalpferde in die Arena kam. Auf Bet Shesa Squall ging er als Neunte ins Finale. Er kam zweimal zur Arbeit am Rind, das erste cuttete er 20 Sekunden prima in der Mitte und beim zweiten Rind war er ebenfalls 20 Sekunden beschäftigt, wobei sich das Pferd einmal mit einem gewaltigen Sprung zur Seite rettete. Sein Score war eine 142.

 

Uwe Röschmann setzt die zu schlagende Marke

 

Jetzt ging es um den Sieg. Uwe Röschmann kam. Nach den zwei Vorläufen lag er punktgleich mit Gianluca Munarini auf Starlight Elan an der Spitze. Der dritte Startplatz war eine fantastische Ausgangssituation, er hatte noch die freie Wahl unter frischen Rindern. Schnell noch Tipps zu den Rindern von Craig Morris abgeholt, ging es los. Beim ersten Rind kam er nicht in Schwung, beim zweiten Rind war die Arbeit ok, und beim letzten Rind ging bei gerade noch verbleibenden 13 Sekunden so richtig die Post ab. Er wusste natürlich, dass es hier noch Pluspunkte gehagelt hatte und machte spontan die „Boris-Säge“. Dann der Score…145. Damit hatte er nun 434 Punkte. Alle wussten, das war ein prima Score, den man erst einmal schaffen muss. Andererseits war es aber auch keine unlösbare Aufgabe für seinen Hauptkonkurrenten Gianluca Munarini, der erst als neunter Starter dran war.

 

Jetzt kam der 800.000-Dollar-Mann Scott Ferguson zum Cut: Auf Bingo Pie musste er ein schwieriges Rind so schnell wie möglich quitten, die zweite Arbeit kam auch nicht richtig in Schwung. Das dritte Rind aber cuttete er 16 Sekunden lang prima in der Mitte, das brachte einen Score von 143.

 

Der zweite Deutsche und zugleich der jüngste der Finalisten zeigte seine Klasse auch im Endlauf: Malte Döring bot auf Kiss My Cat 23 Sekunden prima Cutting in der Mitte beim ersten Rind, und auch beim zweiten und beim dritten Rind gab es Plus. Das bedeutete eine verdiente 144,5.

 

Markus Schöpfer präsentierte sich auf Dark As Pitch vor allem beim zweiten Rind. Er zeigte in 30 Sekunden sehr schöne Aktionen, die ihm eine 145 einbrachte. Pietro Valeri war als Dritter nach zwei Vorläufen nur einen Punkt hinter der Spitzenposition zurück. Doch oh weh: 13 Sekunden vor Schluss verlor er mit MR Pepto Fletch sein drittes Rind, so dass er im Finale nicht über eine 133 hinauskam. Rodrigo Boari Galeotti hatte auch Pech: Auf Push To Play verlor er schon nach nur sechs Sekunden sein erstes Rind und musste zudem kurz seine zweite Hand einsetzen.

 

Und jetzt – das war allen klar – ging es um den Sieg: Uwe Röschmann, der eine 145 vorgelegt hatte, oder aber wieder „Dauersieger“ Gianluca Munarini? Das war die Frage. Gianluca Munarini hatte bereits dreimal in Folge diese Americana-Prüfung gewonnen. Uwe Röschmann beobachtete zu Beginn den Ritt seines Konkurrenten von weit hinten, in sechster Reihe ganz am Rand der Arena auf seinem Pferd sitzend. Und was er zunächst war, ließ seine Hoffnungen wachsen: In den ersten 25 Sekunden am ersten Rind kam Gianluca Munarini nämlich nicht richtig in Fahrt.

 

Jetzt stieg Uwe Röschmann vom Pferd und ging mehr oder weniger abwesend wirkend durch den hinteren Teil der Arena „spazieren“. Nervenanspannung pur. Und wieder gelang es Munarini auch beim zweiten Rind nicht, großartig in die Arbeit zu kommen.

 

Vierter Americana-Titel in Folge

 

Die Uhr lief. 20 Sekunden vor Schluss startete Munarinini Cut am dritten Rind. Uwe Röschmann stand jetzt direkt hinter den Richtern und schaute nun angespannt direkt hin: Und jetzt musste ihm Angst und Bange werden: Denn nun explodierte Starlight Elan unter Gianluca Munarini. Mit viel Mut zum Risiko holte sich der Italiener nun Punkt um Punkt. Und dann der Score…147. Während Uwe Röschmann sich kurz einmal ärgerte, wusste Gianluca Munarini: Das war der vierte Titel bei der Americana in Folge. Ein historischer Eintrag in die Geschichtsbücher! Das hatte es noch nie in der langen Americana-Geschichte in einer Disziplin gegeben.

 

Der nächste Ritt hatte auch noch Einfluss auf die Medaillenvergabe: Gianluca Marchesini arbeitete sich auf CDS Smart Trouble mit einer 146,5 noch auf Bronze vor. Marco Saccetti ließ auf Boiler Room eine 134 folgen und Jason Surles beendete auf Lenas Starfish mit einer 145,5 das Finale.

 

Gianluca Munarini war natürlich total glücklich: „Das Finalfeld war in der Breite so stark besetzt wie noch nie. Vom ersten Go an musste man alles geben. Natürlich hatte ich von einem weiteren Sieg geträumt, aber das es wirklich geklappt hat…unglaublich. Zumal ich einen so späten Startplatz im Finale hatte.“ Uwe Röschmann dagegen gab zu: „Ich hätte schon gerne gewonnen. Ganz klar. Aber auch der zweite Platz passt. Mein erstes Rind war einfach nicht gut genug.“

 

Ergebnis Finale

 

1.       Gianluca Munarini                     Starlight Elan                                 147

2.       Gianluca Marchesini                  CDS Smart Trouble                        146,5

3.       Jason Surles                             Lenas Starfish                               145,5

4.       Uwe Röschmann                       Ricochet Pep                                 145

4.       Markus Schöpfer                       Dark As Pitch                                 145

6.       Malte Döring                             Kiss My Cat                                   144,5

7.       Scott Ferguson                          Bingo Pie                                      143

8.       Gianluca Marchesini                   Bet Shesa Squall                            142

9.       Michael Baker                            Little Foxy Boon                             141

10.     Marco Saccetti                           Boiler Room                                  134

11.     Pietro Valeri                              MR Pepto Fletch                             133

12.     Rodrigo Boari Galeotti                Push To Play                                  0

 

Endergebnis (2 Vorläufe und Finale)

 

1.       Gianluca Munarini                      Starlight Elan                                 436

2.       Uwe Röschmann                       Ricochet Pep                                  434

3.       Gianluca Marchesini                   CDS Smart Trouble                        432,5

4.       Markus Schöpfer                       Dark As Pitch                                 430

5.       Jason Surles                             Lenas Starfish                                429,5

6.       Malte Döring                             Kiss My Cat                                    428,5

7.       Michael Baker                           Little Foxy Boon                              428

8.       Gianluca Marchesini                   Bet Shesa Squall                            424

8.       Scott Ferguson                          Bingo Pie                                       424

10.     Pietro Valeri                              MR Pepto Fletch                             421

11.     Marco Saccetti                          Boiler Room                                   416

12.     Rodrigo Boari Galeotti                Push To Play                                  277

 

EC 19 European Cutting Championship Non-Pro

 

Erster Durchgang

 

Roberta Vecchioni legt vor

 

Roberta Vecchioni gewann den ersten Go in der European Cutting Championship der Non-Pros. Bei diesem Wettbewerb wurden zwei Go`s ausgetragen. Deren Punkteaddition ergab den Endstand. Umso wichtiger der Erfolg im ersten Durchgang für den Italiener. Er kam auf Rocky Mountain zu einem Score von 141.

 

Zwei Punkte weniger und damit den zweiten Platz schaffte Jürgen Döring auf Kiss My Cat (139). Er hat damit alle Chancen, seinen Titel in dieser Disziplin zu verteidigen. Den dritten Platz teilten sich Andrea Pagani auf A Cut In Time sowie Gerold Dautzenberg auf Roosters Dream (je 137). Gerold Dautzenberg hatte bei der Americana 2006 den siebten Platz in dieser Prüfung geschafft. Den fünften Rang belegte zunächst Uwe Oser auf Willy`s Just Do It (136). Sechste im ersten Go wurde Florence Harache auf MH Millionheir Bound (135) vor 7. Marco Salvatori auf Shesa Little Cat (134), 8. Daniel Harache auf Kellys Phoenix sowie Urs Wittmer auf Little CD (je 133) und als 10. Claudio Vecchioni auf Royal Little Spot sowie Michael Ohlhoff auf Trish La Dish (je 132).

 

2. Durchgang (finale Wertung)

 

Stechen um den Sieg:

Jürgen Döring verteidigt auf Kiss My Cat den Titel - Roberta Vecchioni Zweite

 

Die Entscheidung um den European Champion Cutting Non-Pro wurde zum Schluss noch einmal sehr spannend. Nach dem ersten Durchgang hatte sich schon abgezeichnet, dass es wohl auf ein ‚Duell’ zwischen Roberta Vecchioni und Titelverteidiger Jürgen Döring hinauslaufen würde. Die Italienerin, die gleichzeitig jüngste Starterin in dieser Non-Pro war, hatte nach dem ersten Vorlauf mit ihrer 8-jährigen Palominostute Rocky Mountain Sugar mit einer 141 geführt, während Jürgen Döring und sein Kiss My Cat mit 139 Punkten auf Platz 2 lagen.

 

Im zweiten Durchgang legte Jürgen Döring als erster Starter mit seinem High Brow Cat-Sohn einen klasse Ritt hin, der von den Richtern mit einer 145 belohnt wurde. Roberta brachte es mit ihrer Stute auf eine 143. Das bedeutete Gleichstand der beiden bei 284 Punkten, so dass ein Stechen notwendig wurde. Beide Reiter hatten in dieser Prüfung schon zwei Mal ihre Klasse unter Beweis gestellt – ebenso wie ihre Pferde.

 

Jürgen Döring, für den dies schon die neunte Americana war, hatte auf der letzten Americana mit seinem Ausnahmehengst Kiss My Cat bereits die Non-Pro gewonnen und war auch schon mal bei der Americana gleichzeitig Open und Non-Pro Champion sowie 2002 Open Reserve Champion geworden. Roberta Veccioni hat in Italien schon mehrfach bewiesen, dass sie ganz vorn in der Non-Pro reiten kann. Ihre Stute war bereits für 146er oder gar 150er Scores gut. Beide wären also würdige European Champions gewesen – jetzt aber mussten die stärkeren Nerven und das Glück entscheiden.

 

Jürgen Döring musste als Erster starten und kam mit einer 139 aus der Arena. Bei Roberta sah es zunächst sehr gut aus, doch dann verlor sie ein Rind. Damit stand der European Champion 2008 fest: Jürgen Döring und sein 8-jähriger Quarter Horse Hengst Kiss My Cat. Der Vize-Meistertitel ging an Roberta Vecchioni und ihre Rocky Mountain Sugar. In der Siegerehrung wurde die junge Italienerin zudem noch als beste Jugendliche aller Cutting Klassen dieser Americana geehrt.

 

„Americana-Sieg ist etwas Hyper-Besonderes“

 

Jürgen Döring freute sich sehr über seinen Sieg: „Auf der Americana zu gewinnen, ist was ‚Hyper-Besonderes’ – hier trifft man auf die wirklich großen Gegner. Die Italiener zum Beispiel sind wirklich überragend. Roberta hat eine tolle Leistung gezeigt. Ich hätte ihr den Sieg wirklich gegönnt. Aber bei einem Stechen ist es immer so eine Sache. Da spielt das Glück eine ganz große Rolle. In unserem Falle ist die Taktik aufgegangen. Angesichts der Rinder in diesem Go bin ich auf ‚Showmanship’ geritten, habe also eher darauf geachtet, keine Fehler zu machen als ein Risiko einzugehen. Roberta setzte dagegen aufs Risiko und wollte zum Schluss noch einmal plussen. Dabei verlor sie ein Rind.“

 

Drei Starter kamen punktgleich mit dem Score 272 auf den dritten Platz in der Endwertung: Michael Ohlhoff mit seiner Stute Trish la Dish, Gerold Dautzenberg (AUT) mit seiner Roosters Dream und Uwe Oser mit Willy’s Just Do It. Gerold Dautzenberg war mit seiner Stute bereits vor zwei Wochen European Champion im Amateur Cutting bei den Quarter Horses geworden und lag nach dem ersten Vorlauf bereits auf Platz 3, den er auch im zweiten Durchgang zu behaupten wusste. Michael Ohlhoff und Trish La Dish, die im ersten Vorlauf noch an zehnter Stelle lagen, konnten im zweiten Duchgang mit einem schönen Ritt (140) aufholen - ebenso wie Uwe Oser, mit seiner 10-jährigen Quarter Horse Stute im ersten Go noch auf dem fünften Platz gelegen hatte.

 

In der Gesamtwertung auf dem sechsten Platz lagen mit 267 Punkten drei Reiter: Pierre Reust (FRA) mit Lone Star Swinging, der Schweizer Daniel Jaeggi mit Lynnies Cat und Stefano Chiari (ITA) mit Twin Peppy Quixote. Daniel Jaeggi hatte mit seinem 7-jährigen Wallach den besten Ritt des zweiten Go rounds, für den er einen Score von 147 bekam und konnte damit sein Pech vom Vorlauf wettmachen. Neunte wurde Sandra Niedostatek mit Peponitas Litt Girl (264) vor Marco Sacchetti (ITA) mit Boiler Room (262) und Peter Schötzer (ITA) mit RS Instant Choice. Den zwölften Platz teilten sich Andrea Pagani (ITA) mit A Cut In Time und Carmine Frola (ITA) und Jerrystruck.

 

Roberta Vecchioni „Hatte schon so viel schon über die Americana gehört“

In der European Championship Cutting Non Pro begeisterte die erst 17 Jahre alte Roberta Vecchioni aus Rovellasca, Como. Als jüngste Starterin war musste sie sich ihrem Konkurrenten Jürgen Döring im zweiten Go erst nach einem Stechen geschlagen geben. Dabei reitet Roberta erst seit drei Jahren – genauso lange, wie sie cuttet.  Zu der Zeit stieg die gesamte Familie in den Cutting-Sport ein. Das Jahr 2005 beendete Roberta - damals 14-jährig - als AICH Italian Champion Novice Rider. Viele Erfolge in Italien folgten, wobei sie mit ihrem Pferd Rocky Mountain Lena sogar bis zu einem 75er Score kam.

Die Americana 2008 war das erste Turnier in Deutschland für Roberta, die wie ihr Bruder und ihr Vater bei Sheri Mason trainiert (die aus Colorado stammende Cutting-Trainerin, die seit 15 Jahren in Italien lebt, trainierte u.a. auch Giuliano Gima / Americana Non-Pro und Open-Finalist 2006 und Sara Cesati, Non Pro Reserve Champion 2004). „Ich bin so froh über den Reserve Champion Titel! Das war meine größte Show bisher. Ich hab so viel von der Americana gehört. Hier dann auch noch ganz nach vorn in einer Klasse zu kommen, ist etwas ganz Besonders!“

Ihre Rocky Mountain Sugar ist eine Tochter von Rocky Mountain Lena aus einer Doc Jacs Sprat-Tochter, die in den USA gezüchtet und von Gary Ray angeritten wurde. „Sie ist ein unheimlich konstantes Pferd und eine echte Kämpfernatur“, sagt Roberta begeistert von ihrem Pferd. „Auf der Americana war sie einfach super, nur ich habe im Stechen gepatzt. Ich habe die falsche Kuh ausgesucht.“

 

EC 21 ERCHA Working Cowhorse Open

 

Finale

Markus Schöpfer nach grandiosem Cowhorse Finale an der Spitze

Philipp Martin Haug und Christoph Seiler punktgleich auf Platz 2

 

Eines der schönsten Finale dieser Americana gab es zu später Stunde in der Samstag-Abendshow zu sehen. Zehn Starter von ursprünglich 21 Teilnehmern hatten sich fürs Finale qualifiziert. Als Favoriten gingen Markus Schöpfer mit Peptos Lil Bingo, Riccardo Nicolazzi mit A Litle Off Center, der Schweizer Christoph Seiler mit Smart Little Steady und Philipp Martin Haug mit Slidin On Diamonds ins Rennen. Diese hatten im Vorlauf Platz 1 bis 4 belegt, und diese vier sollten auch im Finale ganz nach vorn ziehen.

Den Anfang machte Christoph Seiler mit Wheel Around Oak, einem 8-jährigen Wallach im Besitz von Gliane Gfeller (SUI) – eins von drei Pferden, die Seiler ins Finale gebracht hatte. Wheel Around Oak legte er eine saubere Reined Work vor, die von den Richtern mit einem 141er Score bewertet wurde. In der anschließenden Cow Work hatten die beiden jedoch Pech mit ihrem Rind. Seiler gelang keine Wendung, und auch die abschließenden schönen Zirkel konnten da nicht mehr viel herausholen. Er verließ mit einer 124 die Bahn. Das machte insgesamt einen Score von 265, was am Ende Platz 6 bedeuten sollte.

Als nächster Reiter kam der Schwede Staffan Nielsen mit der 6-jährigen Hot Rodden Chick in die Bahn, der einzigen Stute in diesem Finalistenfeld. Nach einer guten Reined Work, die Nielsen eine 141 einbrachte, hatte er wenig Glück mit seinem störrischen Rind. Das legte es offenbar darauf an, die Cow Work zu einem Rennen werden zu lassen. Staffan Nielsen erwies sich hier als echter Horseman und gab auf. Das bedeutete eine 0 in dieser Teildisziplin und damit Platz 10. 

Bei keinem der folgenden Reiter wollte es in der Rinderarbeit so recht klappen. Nach einer fast durchweg guten Reined Work gab es Penaltys in der Cow Work. Ute Holms Rind wollte erst gar nicht aus der Box und sorgte damit für eine Sondereinlage, anschließend verweigerte es die Wendungen. Nicht viel besser ging es der zweiten Reiterin in diesem Finale, Francisca Baron aus Italien mit Shorty Buckaroo. Christoph Seilers zweites Finalpferd MR Colonel Smart hatte ebenfalls Pech und erwischte ein schwieriges Rind. Dies stoppte einmal so hart, dass MR Colonel Smart keine Chance in der Wendung hatte. Doch der 10-jährige Hengst zeigte vollen Einsatz und warf sich so stark herum, dass beide fast zu Boden gingen.

Titelverteidiger Gerold Dautzenberg, der eine sehr schöne Reined Work geritten hatte, hatte dagegen mit einem zu passiven Rind zu kämpfen und konnte das Können seines Hengstes Smart Rip so nicht ausspielen.  Die Gesamtscores kamen alle nicht über 268 - bis Philipp Martin Haug mit Slidin On Diamonds unter stürmischen Beifallsrufen des Publikums die Arena betrat. Die beiden haben eine ganz besonders erfolgreiche Saison hinter sich und gewannen auf dieser Americana die Superhorse.

 

Philipp Martin Haug und Slidin On Diamonds legen Messlatte

 

Der 8-jährige Hengst im Besitz von Wolfgang Dalick legte eine schöne Reined Work vor, bei der er insbesondere bei den Stops plussen konnte. In der Cowhorse konnte Slidin On Diamonds dann seine Klasse zeigen. Philipp Martin Haug ging sofort auf volles Risiko und legte einen sensationellen Ritt hin: Nach gutem Boxing ein toller Turn beim Fencing. Beim zweiten Turn ging er dann sofort in den Zirkel über. 147 Punkte vergaben die Richter für diesen tollen Run. Das bedeutete insgesamt 219,5 Punkte und die Führung. Jetzt noch drei Ritte - würde dieses Ergebnis noch zu toppen sein?

Christoph Seiler (SUI) war der nächste auf Gabriela Küngs Smart Little Steady. Zunächst eine schöne Reining mit feinen Stops. Mit einer hervorragenden Cow Work, die mit 146 Punkten belohnt wurde (und Publikumsrufen wie ‚Geiles Tier!“), brachte er es ebenfalls auf 291,5 und zog mit Philipp Martin Haug gleich - sehr zum Jubel der zahlreichen Schweizer Fans. Damit setzte der Luzerner einer ohnehin schon erfolgreichen Saison die Krone auf. Smart Little Steady ist ein 9-jähriger Sohn von Steady Tradition, der seit 2006 von Christoph Seiler geshowt wird und mit den u.a. NRCHA Two Reined Open Champion wurde und 2007 EM-Silber bei den Quarter Horses gewann.

Als vorletzter Starter kam Riccardo Nicolazzi (ITA) mit A Little Off Center in die Bahn. Der 8-jährige Hengst von Smart Little Pepinic, der unter seinem Besitzer Riccardo Nicolazzi in Italien bereits sehr erfolgreich war, zeigte eine sehr schöne Reined Work. Insbesondere die Stops waren brilliant und wurden von den Richter mit  +1 bewertet. Leider musste Nicolazzi in der Cow Work einige Penalties hinnehmen, weil das Rind bei den Wendungen nicht mitspielte. 67 bzw. 69 Punkte waren das Ergebnis, also insgesamt 281,5 Punkte, was schließlich den vierten Platz bedeuten sollte.

 

Markus Schöpfer und Peptos Lil Bingo schlagen zu

 

Nun hing alles am letzten Starter: Markus Schöpfer mit Peptos Lil Bingo. Der 6-jährige Sohn des großen Peptoboonsmal war letztes Jahr schon NRCHA International Hackamore Champion Open und gewann u.a. auch die ERCHA Reined Cowhorse in Leipzig. Außerdem startet er erfolgreich in Cutting und Reining – er war u.a. Vierter in der Lawson Bronze Trophy auf dieser Americana. „Dieses Pferd hat keine Schwächen, sondern nur Stärken“, meint Markus Schöpfer. Und die wusste dieser beeindruckende Hengst  hier voll auszuspielen. Markus Schöpfer ging schon in der Reined Work auf volles Risiko und konnte in allen Manövern Pluspunkte sammeln. Dann folgte die mit Abstand beste Cow Work: Score 151! Alles in allem ein absolut sensationeller Ritt – was auch Markus Schöpfer selbst wusste, noch bevor der Score bekannt gegeben wurde. Triumphierend machte er mit beiden Armen das Siegeszeichen. 297 war der Gesamtscore. Damit waren die beiden überlegener Sieger. 

Den zweiten Platz teilten sich Philipp Martin Haug mit Slidin On Diamonds und Christoph Seiler mit Smart Little Steady (beide 291,5). Platz 4 ging an Riccardo Nicolazzi mit A Little Off Center vor Francesca Varon (ITA) mit Shorty Buckaroo. Auf dem sechsten Platz folgte Christoph Seiler mit Wheel Around Oak vor Gerold Dautzenberg (AUT) mit Smart Rip, Christoph Seiler mit MR Colonel Smart, Ute Holm mit Docs Gun und Staffan Nielsen (SWE) mit Hot Rodden Chick.

 

AS 24 EWU Superhorse

 

Deutscher Vizemeister Philipp Martin Haug nun ganz oben auf dem Treppchen

 

Die Superhorse ist eine besonders schwere Prüfung der Ersten Westernreiter Union Deutschland (EWU). Diese Disziplin vereinigt Elemente aus vier verschiedenen Prüfungen: Pleasure, Trail, Western Riding und Reining. Die EWU Bayern unterstützte diese Prüfung mit 2.500 Euro Preisgeld.

 

Und es war der frischgebackene Deutsche Vizemeister EWU dieser Disziplin, der hier bei der Americana ganz oben auf dem Treppchen landete: Philipp Martin Haug mit seinem vielseitigen Slidin On Diamonds. Er schaffte mit rasanten Reining-Einlagen am Ende der Prüfung und sauberen Manövern in den anderen Aufgaben einen Score von 143.

 

Damit blieb er einen halben Punkt besser als die gleichplatzierten Zweiten Anna Limmer auf Hesa San Jo sowie Sita Stepper auf Doc Smokey Dry (beide 142,5). Vierte wurde Miss-Americana-Bewerberin Lorena Rath auf Bonito. Sie erzielte einen Score von 140,5. Als Fünfte schaffte Madeleine Häberlin auf Watch Me Pulse diese Prüfung (139,5). Sechste wurde Viktoria Zehetmeier auf Royal Rietta (138) vor Silke Woitaschek auf Cee Taris Sunshine (137,5), 8. Sigrune Brem auf Heza Miracle Magic (136), 9. Markus Häberlin auf Spark Serendipity sowie Paola Donarini auf Larksimilian (je 135).

 

Americana-Debüt der Appaloosa Reining Futurity Open 3&4 years old

 

Klarer Erfolg für Alessandro Milani im Vorlauf

 

Alessandro Milani siegte völlig souverän im Vorlauf der Appaloosa-Futurity. Er steuerte Boemil Twin Topleus zu einer feinen 217. Mit einem Score von 210,5 wurde Christian Fellner auf Hobby N Hollywood Zweiter des Go`s. Christian Fellner stellte auch den Qualifikations-Dritten vor: Mit Little Doc O Lena punktete er eine 209,5.

 

Auf den vierten Platz im Go kam Julia Frewein auf DR Lil Bar Flit (207) vor 5. Christian Meyer auf UT Golden Clark, 6. Markus Schöpfer auf Rusty Lil Dry Doc,  7. Francesco Mazzuco auf Toples Icebaby, 8. Francesco Mazzuco auf Topleo red Wing.

 

Finale

 

Wieder eine eindeutige Angelegenheit

 

Mit einer 215 dominierte Alessandro Milani auch den Endlauf der Appaloosa Futurity ohne Konkurrenz. Mit neun Punkten Vorsprung gewann er auf dem von Emilio Boniperti gezüchteten Boemil Twin Topleus. Den zweiten Rang teilten sich Julia Frewein auf DR Lil Bar Flit und Markus Schöpfer auf Rusty Lil Dry Doc mit jeweils 206 Punkten. Die Plätze vier und fünf schaffte jeweils Christian Fellner auf Little Doc O Lena sowie auf Hobby n Hollywood (203 / 202,5). Sechster wurde Christian Meyer auf UT Golden Clark (201,5) vor Francesco Mazzuco auf seinen Pferden Topleo Red Wing und Toples Icebaby.

 

 

AC 80 Masters Cutting

Andrea Santini gewinnt auf Little Blue Pinafore

 

Mit dem Masters Cutting fiel in Augsburg der Startschuss für die Americana 2008. 29 Pferd-Reiter-Kombinationen waren für diese Prüfung gemeldet, die der Italiener Andrea Santini mit Little Blue Pinafore für sich entscheiden konnte – der Score: 142. Santini, der auf der Bar S Ranch in Tragliatella zu Hause ist, wurde mit dem 4-jährigen Roan (Bes. Pompeo Capezzone) in diesem Jahr bereits italienischer NCHA Futurity Champion Ltd. Open.

 

Der zweite Rang in der mit 2.000 Euro added dotierten Klasse ging an Uwe Röschmann mit Ricochet Pep. Der 9-jährige braune Quarter-Wallach (von Smart Lil Ricochet), bekam von den Richtern Ronald Sharpe und John Tuckey eine 141.

 

Beste Deutsche im Masters Cutting war auf dem dritten Platz Ute Holm mit Tamara Neumanns Borregos Sure Shot (Score 140). Die Baden-Württembergerin, die nach einem langjährigen Aufenthalt in Frankreich jetzt wieder in Buxtehude/Deutschland trainiert, hatte mit dem 13-jährigen schwarzen Quarter Horse Hengst den dritten Erfolg innerhalb von zwei Wochen. „Die Richter haben heute wirklich keinen Punkt verschenkt,“ so Ute Holm. „Wenn man eine 70 haben wollte, musste man schon auf Risiko reiten. Einfach nur ein bisschen zögerlich reiten war da nicht drin.“

 

Das bekam auch der Amerikaner Scott Ferguson mit Candy Get Your Gun zu spüren. Die beiden zeigten einen sehr schönen Durchgang, gingen aber kein Risiko ein – das Resultat: Score 139 und damit Platz 4. Den fünften Rang teilten sich mit einem Score von je 138 Kevin Coiner auf Two Acres sowie Celine Harache auf By Choice 395.

 

Andrea Santini kam mit seinem zweiten Pferd Jerrystruck auf den siebten Rang, Achter wurden gleichauf Markus Schöpfer auf SDP Molly Dolly sowie Uwe Niedostatek auf Peponitas Litt Girl.

Interessant bei dieser Prüfung: das hochkarätige, sehr internationale Starterfeld, in dem nur fünf deutsche Teilnehmer gemeldet hatten. Allein fünf Reiter kamen aus den USA. 

 

Fazit: Vieles blieb unerwähnt

 

Diese Zusammenfassung gibt nur einige wenige Höhepunkte aus der Geschichte derAmericana wider. Bei der ersten Americana 1986 in München-Riem gewann übrigens Michael Marquard z.B. die Senior Reining. Dies noch mit einem Stop von nur drei Metern. Und doch war es für die damalige Zeit ein toller Erfolg, bei dem das Publikum begeistert mitging.

 

Auch Kay Wienrich feierte große Erfolge in der Reining und der Working Cow Horse mit Doc Chex.  Ricky Bordignon gewann auf der Americana den Titel des Open European Champions im Cutting, Maik Bartmann in der Working Cow Horse. Viele Reiter der 15 teilnehmenden Nationen gewannen Championtitel in den verschiedensten Open und Non-Pro Disziplinen.

 

Bedanken möchte sich Horst Geier aber auch bei den Trainern, wie etwa Kay Wienrich, Reinhold und Maik Bartmann, Grischa Ludwig, Markus Schöpfer und vielen anderen, die mit artistisch einstudierten Showeinlagen die Besucher der Americana-Abendshows immer wieder begeisterten.

 

Americana förderte den Westernreitsport in Europa entscheidend

 

Der Gedanke, eine für alle Reiter und Rassen offene Veranstaltung von dieser Bedeutung durchzuführen, hat sich bewährt. Alle Westernpferderassen - vom Quarter Horse, Paint Horse und Appaloosa bis zum Haflinger - sind bei der Americana am Start. Auf der Americana einen Titel zu gewinnen, ist für jeden Reiter ein ganz besonderes Ereignis und schon in die Final-Entscheidungen der zu kommen, ist bereits ein sehr großer Erfolg.

 

Viele berühmte Trainer aus den USA – wie Tim und Mandy McQuay, Martin Larcombe, Shawn Flarida, Carl McCuistion, Bozo Rogers, Scott McCutcheon, Francois Gauthier, John Hoyt, Don Boyd, Todd Arvidson, Dean Latimer, Jeff Kasten, Andrea Fappani, Fred Berschauer, Rocky Dare, Craig Schmersal. Dough Milholland, Joe Hayes, Dell Hendricks, Todd Summers, Kim Dierks, Marcy Ver Meer, Tom Lions und natürlich auch der Eigentümer von Smart Chic Olena, Jim Babcock, - haben nicht nur die tolle Atmosphäre und das gute bayerische Bier auf der Americana genossen, sondern sind auch durch die Americana für die europäischen Westernreiter zu einem Begriff geworden.

 

Zugleich haben die zahlreichen Topstars mit ihrer Teilnahme an der Americana dazu beigetragen, den Westernreitsport in Europa zu einem Begriff zu machen. Und darüber hinaus haben diese Stars der Szene die Americana in fast allen Kreisen des Westernreitsports auch in den USA bekannt gemacht.

 

Die Americana hat dem Reining-Sport in Europa zu einem größeren Durchbruch verholfen als jede andere Veranstaltung und sorgt immer noch dafür, neue Anhänger für den Westernreitsport zu gewinnen. So konnte etwa die DQHA kürzlich ihr 5.000. Mitglied begrüßen: Die Ärztin Barbara Schmor gab selbst an, durch die Americana zum Westernreiten gekommen zu sein

 

Und nicht vergessen:

Wir sehen uns wieder! Die nächste Americana ist vom 8.-12. September 2010!

 


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